Autor Thema: Wie Assad dem Druck trotzt: „Er wusste, dass Amerikas Freundschaft nichts ...  (Gelesen 349 mal)

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Obwohl die USA ihn unter Druck setzten, will Baschar Assad nicht gehen – nun wird die Konstellation in und um Syrien vom Ergebnis der Präsidentschaftswahl in Amerika abhängen. Diese Prognose liefert der russische Politik-Experte Oleg Matwejtschew.



In einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „Iswestija“ schreibt Matwejtschew, Assad genieße große Unterstützung in jenen Gebieten, die von der Regierung kontrolliert werden. Die Opposition floriere dagegen in den Gebieten, wo militante Kämpfer Geld und Waffen aus dem Ausland bekämen. Es stelle sich also heraus, dass die Opposition in Syrien „absolut künstlich“ gefördert werde.

Ursprünglich habe der Westen auf Syrien gebaut. Doch mit der Zeit habe es sich herausgestellt, dass Assad als Präsident nicht zu den USA halte: „Er lenkte gegenüber ihnen nicht ein im Streit um die geplante katarische Gaspipeline über Syrien nach Europa. Er hatte auch nicht vor, den russischen Militärstützpunkt vom syrischen Territorium zu entfernen. Mehr noch: Assad schloss viele Abkommen mit Russland, darunter im Militär- und im Ölbereich.“

Der syrische Präsident habe etwa das Beispiel von Saddam Hussein vor den Augen, dem die USA einst wohlgesinnt gewesen seien: „Assad war sich darüber im Klaren, dass eine Freundschaft mit Washington nichts bedeutet (…) Es gab kein Vertrauen zu den Amerikanern, die jeden Moment ihre Position ändern können, während in Russland man davon ausgeht, dass ein alter Freund besser ist als zwei neue.“

„Dies hat die USA beunruhigt. Im Syrien-Konflikt haben sie sich eher gegen Assad als gegen den ‚Islamischen Staat‘ engagiert“, stellt Matwejtschew fest und beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Situation in Syrien weiter entwickeln könnte. Aus seiner Sicht wird der Ablauf der Geschehnisse vom Ausgang der US-Präsidentschaftswahl abhängen.

„Falls Hillary Clinton die Wahl gewinnt, wird man Syrien weiter unter Druck setzen. Denn ausgerechnet Clinton war Architektin des sogenannten Arabischen Frühlings gewesen, der auf den Sturz vieler Regimes in der arabischen Region abzielte“, so die Prognose.

„Sollte Donald Trump siegen, könnte sich die Situation drastisch ändern. Denn er hat nach eigenen Worten vor, kein Geld mehr für Militärkonflikte im fernen Ausland auszugeben. Stattdessen will er die US-Wirtschaft ankurbeln. In diesem Fall werden die syrischen Kämpfer nur zwei Verbündete behalten, und zwar Katar und Saudi-Arabien“, so Matwejtschew.

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„Wenn der Krieg in Syrien allerdings zu Ende geht, wird die dortige Bevölkerung Ansprüche an Assad stellen – in Bezug auf Wirtschaftswachstum und Stabilität. In dieser Hinsicht ist es ziemlich schwer, auf das sanktionsbelegte Russland zu bauen“, heißt es im Kommentar weiter.

Dann werde Syrien eine breite Koalition brauchen – etwa mit dem Iran, China, Ägypten und weiteren arabischen Ländern: „Auch Europa, das an einem unkontrollierten Flüchtlingszustrom leidet, könnte an einer Unterstützung für Syrien interessiert sein. Letztendlich wird sich jene Prophezeiung von Baschar Assad wahrscheinlich als richtig erweisen, wonach er bleiben soll. Und Barack Obama muss gehen.“

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