Autor Thema: Zwölf Kuriositäten rund um den Maibaum  (Gelesen 2927 mal)

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Zwölf Kuriositäten rund um den Maibaum
« am: 30. April 2014, 10:23:08 »
Bayerisches Brauchtum

Der Ursprung des Maibaumes ist bis heute ungeklärt und umstritten, doch seine Bedeutung ist klar: Der Maibaum gilt als Zeichen der Fruchtbarkeit und des bayrischen Staatsbewusstseins.
Wie es der Brauch will, werden auch dieses Jahr in Bayern wieder Maibäume geklaut, freigekauft und in der Nacht zum 1. Mai aufgestellt. Wir haben zwölf wissenswerte Wahrheiten und Kuriositäten über die Maibaumtradition gesammelt.

1. Baum sechs Mal in einem Jahr gestohlen
Ganze sechs Mal wurde der weiß-blaue Baum der Passauer Dult im Jahr 2009 gestohlen. Der Maibaum, der vor der Stockbauer Hütt'n stand, wurde zuerst von Festwirt Rudi Karlstetter entwendet, gleich darauf jedoch wieder zurückerobert. Danach ging seine Reise vom "Rosenauer´schen Stadl" über den Rosenauer Junior und seine Spezl´n bis nach Österreich zu den Burschen der Biertisch-Musi. Schlussendlich wurde der Dult-Maibaum von der Löwenbrauerei ausgelöst.

2. Die größte Beute: Zwölf Bäume

Die größte Beute machte 2012 eine Gruppe Oberösterreicher. Die 15-köpfige Stammtischrunde erlaubte sich den Spaß, gleich zwölf Maibäume in drei Nächten zu stehlen. Als Spur hinterließen die Räuber nur einen Zettel mit der Nachricht "Neuer Wohnsitz, Naturgasanlage Engerwitzdorf".

3. Weiter oben stiehlt keiner

Den gewagtesten Maibaumklau vollbrachte eine Gruppe Senioren. Sie klauten den Maibaum per Hubschrauber von der Zugspitze. Als Erlös bekamen sie 150 Brotzeiten und 100 halbe Bier, gesponsert vom Chef der Brauere in Kaltenberg, der auch schon den Maibaum gestiftet hatte.

4. Weiter oben steht keiner
Nicht der höchste, doch der höchstgelegene Maibaum steht auf der Zugspitze. Der blau-weiß bemalte Baumwipfel ragt auf 2.600 Metern über die restlichen Maibäume Bayerns und Österreichs.

5. Höher ist keiner
Der höchste Maibaum Deutschlands im Jahr 2013 stand nicht in Bayern, stammt jedoch aus dem bayrischen Schwarzwald. Der rund 60 Meter hohe Riese in den Farben blau und weiß wurde in Nordenham-Abbehausen (Niedersachsen) aufgestellt. Die Kosten für das Aufstellen werden auf etwa 200.000 Euro geschätzt.

6. Erfolg erst an der Ortsgrenze!
Bei der Tradition des Maibaumstehlens gilt der Maibaum erst als gestohlen, wenn der noch nicht aufgestellte Baum unbeobachtet über die Ortsgrenze geschafft wurde. Werden die Diebe innerhalb der Ortsgrenze überrascht, müssen sie die Beute widerstandslos zurückgeben. Außerdem darf der Baum während des Diebstahls nicht beschädigt werden

7. Zurück zum Lagerplatz? Mitnichten!
Der Maibaum muss mit einer Gegenleistung (meistens Bier und Brotzeit) wieder ausgelöst werden. Danach müssen die Diebe den Baum wieder bis zur Gemeindegrenze zurückbringen. Allerdings auch kein Stückchen weiter.

8. Auf den Strich gehen
Nicht nur das Aufstellen und Maibaumklauen ist am 1. Mai Brauch. Vereinzelt gibt es auch den Maistrich: In der Nacht werden heimlich weiße Linien mit Kreide oder Kalk von den heimlich Verliebten vom einen Haus zum anderen gezogen, um es so öffentlich zu machen.

9. Nur mit "Schwaiwerln" ist‘s original
Ein Maibaum wiegt oft mehrere Tonnen, deshalb ist "Irxenschmalz" (d.h. enorme Körperkraft) gefragt. Denn es ist Tradition, den Maibaum ohne technische Hilfsmittel aufzustellen. Lediglich sogenannte "Schaarn" oder "Schwaiwerln" (zwei lange Holzstangen, die an der Spitze mit festen Stricken zangenartig zusammengebunden werden) werden als Hilfsmittel genutzt.

10. Homosexuelle Maibäume?
Maibäume können auch homosexuell sein? Ja! Im Münchner Glockenbachviertel, das als das schwul-lesbische Stadtviertel der Landeshauptstadt gilt, wurde das sogenannte "rosa Stangerl" (das in Wahrheit blau-weiß war) mit zwölf Metern Höhe aufgestellt, um auf die Vielfalt des Viertels hinzuweisen. Besagter Maibaum wird deshalb auch als Integrationsbaum bezeichnet.

11. Nächster Maibaum: 2059
In Oberbayern gibt es ein Dorf, das nur alle 50 Jahre einen Maibaum aufstellt. Das Maibaumaufstellen wurde 1909, 1959 und 2009 gefeiert und wird erst 2059 wieder stattfinden, da der Ort Niclasreuth mit knapp 200 Einwohnern den großen Aufwand scheut.

12. 15 Meter in gut acht Sekunden
Nur Pech an Händen und Füßen ist erlaubt, keine weiteren Hilfsmittel, wenn man beim Maibaumkraxeln zum Beispiel in Freinberg bei Schärding mitmachen möchte. Der Rekord bis zur Glocke auf 15 Metern Höhe liegt bei 8,3 Sekunden.