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Moldawien: „Russlandfreund“ gewinnt Stichwahl
« am: 14. November 2016, 11:04:31 »
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Nach der Auszählung von 98 Prozent der Stimmen bei der Stichwahl um das Präsidentenamt Moldawiens ist der Chef der prorussischen Sozialistischen Partei, Igor Dodon, mit 55 Prozent der Stimmen offenbar Spitzenreiter, wie die Zeitung „Totul“ am Montag mitteilt.
Demnach will der voraussichtlich designierte Präsident Dodon seinen ersten Staatsbesuch in Russland machen, um ein Abkommen über strategische Partnerschaft zu initiieren.

Seine Rivalin, Chefin der Partei für Aktion und Solidarität und Anhängerin der EU-Integration Moldawiens, Maja Sandu, erreichte demnach lediglich 45 Prozent.

Der Wahltag selbst wurde von Skandalen begleitet: Beide Präsidentschaftskandidaten warfen der Wahlbehörde vor, dass sich im Ausland aufhaltende Wähler wegen Problemen bei den diplomatischen Vertretungen ihr Wahlrecht nicht ausüben könnten. So konnten laut Dodon beispielsweise moldawische Wähler in Russland ihre Stimmen überhaupt nicht abgeben. Sandu kritisierte die schlecht organisierte Arbeit der diplomatischen Missionen des Landes in verschiedenen europäischen Staaten, darunter in Großbritannien und Rumänien.

Beim ersten Wahlgang am 30. Oktober hatte Dodon 48,6 Prozent der Wählerstimmen bekommen, seine Gegenkandidatin Sandu rund 38 Prozent. Da keiner von beiden eine absolute Mehrheit erreichte, musste eine Stichwahl anberaumt werden.

Bereits bei den Parlamentswahlen 2004 hatte sich Dodon die Unterstützung Moskaus gesichert. Damals hatte er sich mit Russlands Präsident Wladimir Putin und Vizepremier Dmitri Rogosin getroffen und versprochen, das Assoziierungsabkommen mit der EU zu kündigen und moldauische Agrarerzeugnisse auf den russischen Markt zurückzubringen.

Nach der Novellierung der moldauischen Gesetzgebung konnten die Bürger des Landes erstmals seit 1997 direkt über ihren Staatschef abstimmen. Früher wählte das Parlament den Präsidenten.

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