Autor Thema: Lufthansa streicht wegen Mega- Streik 3.800 Flüge  (Gelesen 2063 mal)

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Lufthansa streicht wegen Mega- Streik 3.800 Flüge
« am: 01. April 2014, 06:38:00 »
Ab Mittwoch

Der Lufthansa droht der größte Streik ihrer Geschichte: Als Reaktion auf den angekündigten Ausstand der Piloten, der den Flugbetrieb für drei Tage komplett lahmlegen soll, wird die deutsche Fluggesellschaft ihren Betrieb von Mittwoch bis Freitag weitgehend einstellen. Sie annulliert 3.800 Flüge. Von dem Streik dürften 425.000 Fluggäste betroffen sein, wie der Konzern am Montag mitteilte.
Der Pilotenausstand gehe von Mittwoch 0 Uhr bis Freitag 23.59 Uhr, teilte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit mit. Die Absagen betreffen Lufthansa- Flüge bis inklusive Samstag. Bereits für Dienstag sind erste Flüge nach Nordamerika gestrichen.

Betroffen sind von dem Streik auch die Lufthansa- Billigfluglinie Germanwings und die konzerneigene Fracht- Gesellschaft Lufthansa Cargo. Im Streikzeitraum sollen nur rund 500 Flüge auf kurzen und mittleren Strecken verkehren. Es handle sich um einen der größten Ausstände in der Geschichte der Lufthansa. 2010 hatten die Piloten schon einmal mit einem vier Tage langen Streik gedroht, diesen aber nach einem Tag abgebrochen.

Auch AUA und Swiss werden Auswirkungen spüren
Die österreichische Tochter AUA und deren Schweizer Schwestergesellschaft Swiss hingegen sind nicht direkt betroffen, werden aber die Auswirkungen des Lufthansa- Streiks spüren, etwa bei Codeshare- Flügen. Die Piloten von Austrian Airlines und Swiss unterliegen nicht dem Lufthansa- Tarifvertrag. Lufthansa wies am Montag darauf hin, dass sie ihren Gästen umfangreiche Möglichkeiten zur Umbuchung anbietet. Die Passagiere werden zudem gebeten, sich auf der Internet- Seite  zu informieren.

Mit dem Streik will die Vereinigung Cockpit, fast alle 5.400 Piloten der streikgeplagten Kranich- Airline sind Mitglied der Gewerkschaft, den Druck im aktuellen Tarifkonflikt mit der AUA- Mutter Lufthansa erhöhen. Die Gewerkschaft fordert für die Piloten mehr Geld und die Beibehaltung der betriebsinternen Frühpensionierung.

Streik kostet Konzern 30 bis 50 Millionen Euro
Lufthansa- Personalchefin Bettina Volkens bezeichnete es zuletzt als schwer nachvollziehbar, dass die Pilotengewerkschaft beim gegenwärtigen Verhandlungsstand zu einem dreitägigen Vollstreik aufrufe. Der Gesellschaft werde ein Ergebnisschaden in zweistelliger Millionenhöhe entstehen. Nach einer Schätzung von Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler entgeht der Lufthansa durch den Ausstand ein operativer Gewinn von 30 bis 50 Millionen Euro.

Die Airline kommt jedenfalls nicht zur Ruhe: Erst am Donnerstag hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die großen Flughäfen bestreikt - dabei hatten unter anderem Gepäckverlader und Busfahrer die Arbeit niedergelegt. Die Fluglinie strich jeden dritten Flug. Der Schaden, den der halbtägige Streik verursachte, ging in die Millionen.

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