Autor Thema: Vorsicht Zecken: Heuer schon vier Meningitis-Fälle in Bayern  (Gelesen 1137 mal)

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Vorsicht Zecken

Seine Hände und Füße sind blau marmoriert, die Fingernägel haben sich verfärbt. Der 14-jährige Schüler aus dem Landkreis Deggendorf hat fast 40 Grad Fieber, sein Rücken ist taub und er sieht alles doppelt. Erst nach mehreren Arztbesuchen wird die richtige Diagnose gestellt: Verdacht auf Meningitis (Hirnhautentzündung). Die Zeckenbisse, die die Krankheit ausgelöst haben, hätten den Buben ohne rechtzeitige Behandlung das Leben kosten können.
Ein Fall wie dieser von vor zwei Jahren könnte sich in der diesjährigen Zeckensaison wiederholen. Der milde Winter und hohe Temperaturen im Frühjahr hatte gerade in den bayerischen Risikogebieten eine ungewöhnlich hohe Zeckenaktivität zur Folge. Das Robert Koch Institut meldete für die Monate Januar und Februar bereits fünf Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), vier davon in Bayern. Im gesamten Quartal 2013 waren es zwei. Ganz Niederbayern ist als FSME-Risikogebiet ausgewiesen.

Auf milde Winter folgen Zeckenjahre
Deshalb empfiehlt Ebbo Schnaith den Körper nach einem Aufenthalt im Wald oder auf Wiesen auf Zecken abzusuchen. Eine Zecke sollte so schnell wie möglich mit einer Pinzette entfernt werden. Wer nach einem Biss unter einer Hautrötung, Kopfschmerzen oder Fieber leidet, sollte einen Arzt aufsuchen. Auf milde Winter folgen jedoch nicht generell Zeckenjahre, betont Claudia Schuller, Sprecherin des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und
Lebensmittelsicherheit. "Zecken brauchen Feuchtigkeit, bei Wassermangel können sie austrocknen. Warmes Wetter bedeutet zunächst, dass die Tiere früher aktiv werden", so Schuller. Ein weiterhin trockener Frühling könnte demnach eine ungewöhnlich hohe Vermehrung der Zeckenpopulation verhindern.