Autor Thema: Frauen leiden anders unter ihrer Nikotinsucht  (Gelesen 984 mal)

Sputnik Magazin

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4016
  • Karma: +0/-0
    • Profil anzeigen
    • Sputnik Magazin
Frauen leiden anders unter ihrer Nikotinsucht
« am: 30. März 2014, 11:24:12 »
Rauchen immer früher

Frauen rauchen "anders" als Männer: Sie greifen vermehrt bei Stress zur Zigarette, während Männer diese eher in Gesellschaft konsumieren - also wenn es ihnen gut geht. Raucherinnen leiden auch anders unter ihrer Abhängigkeit und schaffen es zudem schwerer, ihre Sucht aufzugeben, berichtete die Medizinische Universität Wien.
Weil Nikotin bei Frauen schneller abgebaut wird, spüren sie bei einem Rauchstopp den Entzug eher als Männer und reagieren darauf "in vielen Fällen mit Dysphorie (Verstimmung, Anm.), Depressionen, Angsterkrankungen oder Schlafstörungen", erläutert Andjela Bäwert von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Rückfallrate bei Frauen höher
Auch die Rückfallrate ist bei Frauen höher, nicht zuletzt, weil das Rauchen bei vielen mit einer Gewichtsregulation verbunden ist und die Betroffenen befürchten würden, nach dem Rauchstopp durch vermehrten Appetit zuzunehmen, so die Expertin. "Viele Raucherinnen sagen sich: 'Bevor ich etwas esse, rauche ich eine Zigarette'."

Je früher man "mit dem Rauchen beginnt, desto eher wird man abhängig", warnte Bäwert. Daher sei die Prävention schon in jungen Jahren enorm wichtig - vor allem, da immer mehr junge Frauen, insbesondere in Österreich, rauchen. Rund 40 Prozent der männlichen Europäer rauchen täglich, jedoch nur 18,2 Prozent der Frauen. Unter den 15- Jährigen rauchen hierzulande aber bereits mehr Mädchen als Burschen (21 Prozent bzw. 19 Prozent). "Die Tendenz zum Nikotinkonsum ist bei den Mädchen und Frauen klar steigend, bei den Männern und Burschen leicht sinkend", so Bäwert.

Geschlechtsspezifische Therapie nötig
Unter diesen Aspekten sei eine Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen Aspekten in der Prävention, Therapie und Nachsorge nötig. Als sinnvolle Maßnahme plädierte Bäwert für die Einführung eines generellen Rauchverbots - auch in Lokalen. Zur Vorsicht rät die Expertin zudem bei E- Zigaretten: "Es gibt kaum Untersuchungen dazu. Daher wissen wir derzeit noch nicht, ob sie nicht zumindest gleich schädlich sind."

Weltweit rauchen rund 1,3 Milliarden Menschen. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO werden im Jahr 2020 rund eine Million Frauen jährlich an raucherspezifischen Erkrankungen sterben.


© 2014 krone.at