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Die Ukraine wählt heute einen neuen Präsidenten
« am: 25. Mai 2014, 13:54:00 »
Mitten in der Krise

Die Ukraine wählt heute in Krisenzeiten einen neuen Präsidenten. Die Wahllokale sind von 8 Uhr bis 20 Uhr (7 bis 19 MESZ) geöffnet. In Umfragen führt der pro- europäische Kandidat Petro Poroschenko deutlich vor Julia Timoschenko.
Die Umfragewerte von Poroschenko gehen von rund 30 bis knapp über 50 Prozent weit auseinander. Ihm wird ein Sieg in der ersten Wahlrunde zugetraut, auch wenn das bei 21 Kandidaten nicht leicht ist. Die anderen Kandidaten liegen in den Umfragen deutlich abgeschlagen, Timoschenko bei um die zehn Prozent.

Der Oligarch Poroschenko hatte sich hinter die Maidan- Revolution gestellt, ein Schritt, der seine Popularität unmittelbar beflügelte. Andere Oppositionskandidaten hatten sich durch bestimmte Aktionen diskreditiert. "Schokoladenkönig" Poroschenko - mit Süßwaren reich geworden - fungierte bereits in der Vergangenheit als Minister, er wechselte auch mehrfach das politische Lager. Daher gilt der Oligarch zwar als einer "vom alten System", aber ihm wird zugetraut das Land einen zu können. Viele sehen ihn pragmatisch als die "beste Option" unter den antretenden Kandidaten.

Im Februar war Präsident Viktor Janukowitsch von der Maidan- Revolution - die mehr als hundert Tote forderte - in der Kiewer Hauptstadt gestürzt worden und ins russische Exil geflüchtet. Seitdem lenkt ein Übergangspräsident das Land, das dringend eine starke und international anerkannte Führung braucht. Wiederholt wurde von verschiedenen Stellen auf eine Wahlentscheidung bereits im ersten Wahlgang plädiert.

Kein leichtes Amt für den neuen Präsidenten
Zahlreiche Herausforderungen, die es zu meistern gilt, erwarten den neuen Präsidenten. Dazu zählen der Konflikt mit Russland, die Krim- Annexion, die Gewalt im Osten, die Vereinigung des Landes, sowie dringende Reformen hinsichtlich Korruption und Verfassung. Zudem droht der Staatsbankrott, die Lebenserhaltungskosten steigen, die soziale Armut ist groß. Daher sind die Hoffnungen an die Wahl hoch.

Die Wahlen sind jedoch überschattet von der Sorge russischer Provokationen und Gewaltakten in den umkämpften Ostregionen Donezk und Lugansk, wo es rund fünf Millionen Wahlberechtigte gibt. Mit insgesamt 20 an der Zahl sind zwei Drittel der Bezirkswahlkommissionen dort nicht zugänglich.

Mitarbeiter von Wahlkommissionen in der Ostukraine sind nach Angaben aus Kiew Opfer von Entführungen geworden. Zudem würde die Bevölkerung von "Terroristen" vor der Wahl eingeschüchtert, Wahllokale attackiert und Wahlunterlagen und Büros zerstört, hieß aus Kiew. Die Kämpfe zwischen ukrainischen Truppen und Separatisten hatten vor der Wahl zugenommen.

Tausende Helfer und Polizisten im Einsatz
55.000 ukrainische Polizisten und Tausende Helfer aus der Zivilbevölkerung sollen die landesweit 225 Bezirkswahlkommissionen und rund 33.000 Wahllokale schützen, etwa 35 Millionen der insgesamt 45 Millionen Ukrainer sind wahlberechtigt.