Autor Thema: Bayerwald an der Spitze der deutschen Wahlverweigerer  (Gelesen 1684 mal)

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Freyung/Regen


Der Landkreis Regen ist das Schlusslicht Deutschlands bei der Beteiligung an der Europawahl. Mit 26,4 Prozent hat hier nur jeder Vierte am Sonntag seine Stimme abgegeben. Der Bayern-Schnitt liegt bei 40,8 Prozent. Fast ebenso schwach wie in Regen war die Wahlbeteiligung in Freyung-Grafenau, Deggendorf und dem Kreis Passau.
"Ich habe keine Erklärung dafür", hieß es von Michael Adam zum letzten Platz seines Landkreises. Schon vor fünf Jahren, bei der vorigen Europawahl, haben im Kreis Regen nur 31,1 Prozent der Berechtigten gewählt. An einem Groll auf die EU liege es nicht, meint SPD-Landrat Adam. "Ich spüre hier keine besonders ausgeprägte Stimmung pro oder gegen Europa." Allgemeines Desinteresse herrscht jedenfalls nicht: Bei der Kommunalwahl im März wählten rund 60 Prozent der Regener.

Freyung-Grafenau liegt mit 26,5 Prozent nur ganz knapp vor Regen. Hier ging die Beteiligung im Vergleich zu 2009 um drei Prozent zurück. "Leider Gottes", kommentiert Landrat Sebastian Gruber (CSU) die aktuellen Zahlen. Die Leute wüssten möglicherweise nicht, was sie an der EU haben, spekuliert er. "Europa nimmt man oft nur über Dinge wie das Schnupftabak-Verbot wahr." Dabei profitiere die Region sehr von der EU. Das müsse man jetzt besser kommunizieren, vor allem in der jüngeren Generation.

Westlich von Freyung-Grafenau, im Landkreis Deggendorf, sieht es mit 30,2 Prozent Wahlbeteiligung (2009: 30,8 Prozent) kaum besser aus. Landrat Christian Bernreiter (CSU): "Europa ist zu weit weg, man denkt bei der EU an Bürokratie." Im Landkreis Passau nutzten am Sonntag 30,8 Prozent ihr Wahlrecht, 0,4 Prozent weniger als vor fünf Jahren. "Enttäuschend" findet das CSU-Landrat Franz Meyer. Diesen Negativ-Trend umzukehren sei eine Herausforderung für alle gesellschaftlichen Gruppen.


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