Autor Thema: Höhlenforscher erlitt Schädel-Hirn-Trauma  (Gelesen 708 mal)

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Höhlenforscher erlitt Schädel-Hirn-Trauma
« am: 12. Juni 2014, 08:24:46 »
Ein Arzt erreicht den Verletzten

m Mittwochabend ist einer der beiden Ärzte bei dem Verletzten eingetroffen. Schweizer Höhlenretter harrten schon länger bei ihm aus, Kollegen des internationalen Teams bereiteten unterdessen den Transportweg vor.
Der in der bayrischen Riesending-Höhle verletzte Höhlenforscher hat durch einen am Kopf auftreffenden Steinbrocken ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Die Situation sei ähnlich wie bei Michael Schumacher, aber weniger schlimm, da der Patient die meiste Zeit aufweckbar und ansprechbar sei, teilte ein Neurochirurg, Teil des Rettungsteams und selber Höhlenbegeher am Mittwoch in Berchtesgaden mit. Der Verletzte wird weiterhin von vier Schweizer Höhlenrettern der Speleo Secours, unter ihnen einem Rettungssanitäter, betreut. Einer der zwei ausgerückten Ärzte hat ihn am Mittwochabend erreicht. Zuvor waren die die beiden Mediziner ungefähr auf halber Wegstrecke in Biwak 3 eingetroffen.

Gefahr von Blutungen
Da der Verletzte bis Mittwoch überlebt habe, sei er über die akute Gefährdung hinaus, meinte der Neurochirurg weiter. Aber die Gefahr von plötzlich auftretenden Blutungen sei noch nicht gebannt. In solch einem Notfall würde er selber absteigen und sogar die Schädeldecke des Mannes aufbohren. Prognosen seien derzeit keine möglich, da solch ein Patient normalerweise auf einer Intensivstation überwacht und behandelt würde.

Mittlerweile seien fünf Biwaks mit Getränken, Lebensmitteln, Schlafsäcken und anderem für das Überleben von Patienten wie Rettern notwendigem Gerät eingerichtet worden, die Basisversorgung sei also für Tage gesichert, erläuterte die den Rettungseinsatz leitende Bergwacht Bayern am Mittwoch. Daher müsse man nicht befürchten, dass eine der in der Riesending-Höhle ausharrenden Personen akut bedroht sei – ausser durch unvorhersehbare Steinschläge oder ähnliche Probleme. Die für die nächsten Tage angekündigten Gewitter würden die Helfer in der Höhle vorerst nicht gefährden, da man wisse, wo mit Wasserfällen zu rechnen sei und nötige Rückzugsgebiete vorhanden wären.

Warten auf Diagnose
Derzeit hängt der weitere Verlauf der Rettung vor allem daran, dass ein Arzt den Verletzten ausführlich begutachten und im besten Fall den Startschuss für die Bergung geben kann. Anhand einer Vielzahl von Parametern wie Puls, Atemfrequenz, Pupillenreflex oder Beweglichkeit der Extremitäten, aber auch den Aussagen der bei dem Verletzten ausharrenden Rettern, ob und was der Patient in den letzten Stunden zu sich genommen und ausgeschieden hat oder wie er ansprechbar war, stelle der Arzt eine Diagnose erläutert Regula Höhn von Speleo Secours im Gespräch. Prinzipiell könne man auch im Berg eine ähnliche Erstversorgung durchführen wie an anderen Unfallorten. Bei Bedarf gebe man auch intravenös Schmerzmittel oder abschwellende Substanzen. Da es sich bei dem Verletzten um einen erfahrenen Höhlenforscher und den Mitentdecker der Riesending-Höhle handelt, befürchten die Experten derzeit nicht, dass der Mann einen Höhlenkoller erleidet. Allenfalls würde man Psychopharmaka einsetzen, wenn es der Zustand des Verletzungen erlaubt.

In Schächten Flaschenzüge installiert
Bis Mittwochmittag konnten zwei italienische Höhlenretterteams den ersten Teil des Einstiegs, bis zu 180 Meter senkrecht abfallende Schachtwände, mit zusätzlichen Seilen und Haken sichern. Auch haben sie einen extrem schwierig zu bewältigenden und somit sehr kräfteraubenden Canyon mit Trittstiften versehen. Seit Montag bereiten zudem mehrere Höhlenretterteams rund um die Uhr die gesamte Wegstrecke vom Liegeplatz des Verletzen bis zum Ausgang auf einen Transport vor. In den horizontalen Gängen müsste Geröll aus dem Weg geräumt, in den Schächten Flaschenzüge installiert werden erläuterte Franz Auf der Maur, der selber viele Jahr Höhlenretter der Speleo Secours war.

Die Bergwacht geht derzeit davon aus, dass der Verletzte in einem speziellen Bergesack, einer für Höhlenrettung spezialisierten Trage, durch die Gänge getragen oder gezogen und die Wände hinauf befördert werden muss. Noch glaubt man nicht, dass besonders enge Stellen gesprengt werden müssen. Momentan sind derzeit über Hundert Retter aus Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz im Einsatz. Jeder Einsatz unter Tage dauert inklusive Ab- und Aufstieg im Schnitt zwei Tage, danach müssen die Helfer 12 bis 48 Stunden regenerieren.

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