Autor Thema: Jugendanwalt warnt vor Folgen durch Sexting  (Gelesen 774 mal)

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Jugendanwalt warnt vor Folgen durch Sexting
« am: 19. Juni 2014, 10:49:55 »
Zunehmendes Problem

Der burgenländische Kinder- und Jugendanwalt Christian Reumann hat am Mittwoch vor den Folgen des sogenannten Sextings gewarnt: In seiner Arbeit häuften sich derzeit die Fälle, bei denen Jugendliche durch das Verschicken oder Veröffentlichen im Internet von Selbstaufnahmen in freizügigen Posen massive Probleme bekämen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, sei vor allem Aufklärung notwendig, so Reumann vor Journalisten in Eisenstadt.
In den vergangenen Monaten sei er häufig mit dem Problem konfrontiert worden: "Speziell mit WhatsApp haben wir da echt ein Problem", so Reumann: Teilweise würden von den Kids Fotos veröffentlicht, "wo es einem die Haare aufstellt". "Erotische Fotos von sich selber, aber in den wildesten Posen, verschicken sie teilweise an Freunde oder in einem engen Kreis. Aber das bleibt nicht dort", warnte Reumann.

Man müsse den Kindern daher verständlich machen: "Wenn in WhatsApp, Facebook oder von mir aus nur in einem normalen E- Mail Fotos verschickt werden - die sind erstens nicht nur dort, wo man sie hinhaben will, und zweitens kriegt man sie nie wieder aus dem Internet heraus." Da könne man auch das eigene Profil löschen: "Nur, irgendwer hat's. Und das verursacht dann letztendlich viel Leiden."

Die Fotos machten im Freundeskreis die Runde und kämen auch zu Leuten, die den Betroffenen nicht wohlgesonnen seien. "Die Kids, das sind oft 13- , 14- Jährige, die sind oft voll erledigt. Weil in der ganzen Schule kursiert zum Beispiel ein Aktfoto, teilweise nicht nur Akt, sondern noch mehr." Dadurch könne es zu bedrohlichen Situationen kommen: "Da bricht eine Welt zusammen, das ist ganz massiv."

Ruf nach besserer Aufklärung
Dieser Trend halte seit Monaten an: "Ich hoffe doch, dass sehr breit dagegen aufgetreten wird und auch aufklärend gewirkt wird." Problem beim Sexting sei, so Reumann, dass Internet und Handy von den Jugendlichen heute nicht mehr zu trennen und in Wirklichkeit nicht kontrollierbar seien: "Das Einzige, wo ich wirklich eine Chance sehe, ist, dass man aufklärend wirkt."

Bei seinen Besuchen in Schulen rate er den Schülern, sich vorzustellen, sie würden die Fotos, die sie in sozialen Medien veröffentlichen wollen, auf die Klassentür "klatschen", damit sie für alle sichtbar seien. Die Reaktion: "Das würden sie nicht machen", denn "da sehen sie ja alle". "Nur, wenn sie es einstellen irgendwo, dann glauben sie, das sieht nur einer oder zwei oder drei."

Eltern und Lehrerschaft gefordert
Es werde wohl noch eine Weile dauern, bis hier ein Umdenken bei den Betroffenen einsetzt, glaubt Reumann. Aber zur Aufklärung bei dem Thema brauche man auch die Eltern und die Lehrerschaft - "alle, die mit Kindern interagieren. Weil nur so können wir letztlich eine Haltungsänderung bewirken". Zwar gingen nicht alle unkritisch mit den neuen Medien um, "aber es ist doch ein beträchtlicher Anteil", das könne er aufgrund seiner Arbeit sagen.



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