Autor Thema: Fünfzehnter Brief aus Deutschland  (Gelesen 2930 mal)

Sputnik Magazin

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Fünfzehnter Brief aus Deutschland
« am: 29. Juni 2014, 10:45:42 »



Fussball gilt als die völkerverbindende Sportart schlechthin. Wer aber denkt, dass sich der grosse Kanton deshalb über den Einzug der Schweiz ins Achtelfinal freut, der irrt. Philipp Feldhusen und Peer Gahmert nehmen wie jede Woche kein Blatt(er) vor den Mund und beissen sich an der Alpennation fest wie Luis Suárez an italienischen Abwehrspielern.

Guten Tag und olé,
und herzlichen Glückwunsch! Die ruhmreiche Schweizer Nati hat das Achtelfinale bei der WM erreicht und das Land ist ganz aus dem Häuschen. Wir sahen Bilder aus Luzern (spricht man das so aus?), wo dutzende Menschen - vermutlich Secondos - beinahe ausgelassen auf offener Straße den Sieg gegen irgend so ein Verliererland begangen haben. Da wurde sogar ein wenig Bier getrunken. Und wir sahen Bewegtbilder aus Neusha-- Nöschattel-- Genf, wo ebenfalls Menschen aller Hautfarben und Gerüche einander feierlich begegneten. Das hatte aber nichts mit der WM zu tun, es waren wohl Touristen.

Tja, Schweizer. Ihr fragt Euch vielleicht, warum der Rest der Welt die Freude über das Weiterkommen nicht so recht teilen mag. Das liegt daran, dass niemand auch nur ansatzweise glaubt, der Schweizer Erfolg hätte etwas mit Können, Talent und Taktik zu tun. Es ist an der Zeit, endlich ein Tabu zu brechen und offen auszusprechen, was alle Welt denkt und was ohnehin jeder weiß.

Und zwar jetzt.

Von uns!

Jeder weiß, dass die FIFA ihren Hauptsitz in der Schweiz hat, genauer gesagt in der korruptesten Stadt der Welt: Zürich.

Jeder weiß, dass FIFA-Boss Sepp Blatter ein Schweizer ist. Und zwar der korrupteste der Welt.

Jeder weiß, dass die Hälfte der Schweizer Mannschaft nicht aus gebürtigen Schweizern besteht, sondern aus sämtlichen anderen Ländern dieser Welt stammt.

Jeder weiß, dass der gemeine Schweizer von Fußball so viel Ahnung hat wie vom Fische fangen.

Jeder weiß, dass man einen Schweizer nicht reizen darf, weil man sonst von ihm bespuckt wird - doch das ist ein anderes Thema.

Wie dem auch sei, dass die Schweiz, ausgerechnet die Schweiz, das Achtelfinale erreicht hat und sich gegen Topmannschaften wie Ecuador und Honduras durchsetzte, ist natürlich einzig und alleine dem Umstand geschuldet, weil die FIFA das so wollte! Wie ebenfalls jeder weiß - und hinter vorgehaltener Hand wird das nicht mal dementiert - ist ja alles ganz klar!

Doch wie geht's nun weiter? Die FIFA ist klug genug zu wissen, dass sie die Schweiz natürlich nicht Weltmeister werden lassen kann. Denn dann würde auch der dümmste Fußballfan durchschauen, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht.

Aber das Viertelfinale ist noch realistisch. Einen Sieg gegen Außenseiter Argentinien kann man noch gut rechtfertigen. Danach wird’s schwer. Gegen Belgien oder die USA? Vielleicht durch ein spannendes Elfmeterschießen. Wir erinnern uns: Bei der Weltmeisterschaft 2006 hat die Schweiz im Achtelfinale gegen die Ukraine bewiesen, dass sie eines nicht kann: Elfmeterschießen. Was die Schweiz aber sehr gut kann: FIFA-Konten führen.

Naja, wir lassen uns überraschen. Aber glaubt bitte nicht, dass irgendjemand auf der Welt denkt, dass die Schweiz und die FIFA (übrigens auch die UEFA) Ahnung von Fußball hätten.


Mit Grüßen,

Ihr Deutschland

© 2014 tink Schweiz


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