Autor Thema: Auf Schmugglerpfaden durch Bayern, Böhmen und Österreich  (Gelesen 3195 mal)

Sputnik Magazin

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4016
  • Karma: +0/-0
    • Profil anzeigen
    • Sputnik Magazin
Es gibt wieder lustige und grausige Geschichten rund ums "Schwirzen" – Marita Haller und Jan Jirak legen ein neues Schmugglerbuch vor. Dazu kommt eine Ausstellung im Waldmuseum Zwiesel mit kuriosen Objekten.


Der Schmugglerkönig freut sich – aber nur kurz. Er kommt gerade von einer erfolgreichen Tour zurück, hat aber Pech, denn die Zöllner haben aufgepasst und die Falle zuschnappen lassen. Der "Schwirzer" wird abgeführt von einem Grenzbeamten in historischer Uniform. Den Täter erwartet eine drakonische Strafe, er muss lange ins Zuchthaus und noch dazu eine hohe Geldstrafe zahlen. Für die Sonderschau zum Thema Schmuggel im Zwiesler Kulturhaus wurde die Szene nachgestellt, ziemlich realitätsnah.
Spannendes Kapitel: Menschenschmuggel
Wie so ein Aufgriff einst aussah, ist auch auf einer Schützenscheibe aus dem Jahr 1861 zu sehen. Grenzer lauern schwer bepackten Schwirzern auf. Ein Abenteuer in idyllischer Landschaft war das Schmuggeln übrigens nie. Meist blieb der armen Landbevölkerung gar nichts anderes übrig, wollten sie einigermaßen über die Runden kommen. Die Scheibe und viel anderes kurioses Schmugglergut, etwa in Alkohol eingelegte Schlangen, ausgehöhlte Heiligenfiguren für den Saccharin-Schmuggel oder Rohtabak in großen Blättern, sind bis Ende Juli in der Ausstellung "Auf Schmugglerpfaden durch Bayern, Böhmen und Österreich" im Waldmuseum zu besichtigen.


Zollbeamte der K.u.k.-Monarchie und Bayern bei einer gemeinsamen Feier 1902. Damals war die Präsenz der Beamten stark erhöht worden.

Und darüber hinaus können Marita Haller und Jan Jirak mit einem gleichnamigen Buch an ihren mittlerweile in dritter Auflage vorliegenden Bestseller "Schmuggler und Schwirzer an der böhmischen Grenz" anknüpfen. Dieses Buch, so die Zwieslerin Marita Haller, sei auf so viel Begeisterung gestoßen und habe so viele neue Anekdoten, Bilder und Dokumente nach sich gezogen, dass ein Nachfolgeband unumgänglich geworden sei. Natürlich sind wieder jede Menge amüsante Begebenheiten dabei, die zum Schmunzeln anregen, doch sind Spannung und Dramatik ebenfalls gegeben. Und ein Schwerpunkt ragt heraus: der Menschenschmuggel zu Zeiten des Nationalsozialismus und des kommunistischen Regimes in der Tschechoslowakei nach 1945. Dabei werden regelrechte Horrorgeschichten erzählt.



Die Wanderausstellung "Auf Schmugglerpfaden durch Bayern, Böhmen und Österreich" kann bis zum 31. Juli 2014 täglich – außer Dienstag – zwischen 10 und 17 Uhr im Waldmuseum besichtigt werden.

Das Buch hier bestellen (ISBN 978-3-00-046010-4 oder beim Verein Über d‘Grenz, Zwiesel, für 22 Euro.



Kaufen: