Autor Thema: Kulinarik | Tipps für die Bierverkostung  (Gelesen 1391 mal)

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Kulinarik | Tipps für die Bierverkostung
« am: 24. Juli 2014, 09:37:23 »
Kulinarik


Beim Anblick eines frischen Bieres will man gern gleich den Durst löschen. Bevor man sich dem Vergnügen aber hingibt, sollte man sich bewusst den Inhalt des Glases genauer ansehen. Bei diesem bewussten Genuss kommen gleich mehrere Sinne zum Einsatz. Das Auge liefert optische Eindrücke, die Erwartungen an den Geschmack des Bieres auslösen. Die Riechzellen leiten die Geruchseindrücke von vielen Aromastoffen im Bier an das Gehirn zur Unterscheidung weiter. Die Geschmacksknospen in Mund und Rachenraum nehmen die vier Geschmacksrichtungen wahr: süß, salzig, sauer und bitter.
Mit ein wenig Übung können drei Phasen der Geschmacksempfindung unterschieden werden.

Der Antrunk: Der erste Geschmackseindruck wird durch eine mehr oder weniger ausgeprägte Vollmundigkeit bestimmt. Diese ist in erster Linie abhängig vom Stammwürzegehalt des Bieres.

Die Rezenz: Der Frischeeindruck des Bieres ist stark abhängig vom Kohlensäuregehalt des Bieres, aber auch vom Säuregehalt, also pH-Wert.

Der Nachtrunk: Der letzte Gesamteindruck wird hauptsächlich durch die Bittere bestimmt. Sie stammt vom Hopfenanteil im Bier.

Um als Anfänger seine Sinne schulen zu können, sollte man mit einer "offenen Verkostung" beginnen. Dabei werden verschiedene Biersorten untereinander verglichen. Die einzelnen Biere sollten dann leicht zu unterscheiden sein. So empfiehlt sich zum Beispiel eine Verkostung von je einem Kölsch, Alt, Weizenbier, Lager, Pils, Bock, Schwarzbier oder einer Berliner Weißen. Für Fortgeschrittene lässt sich die Verkostung auf mehrere Marken einer Biersorte konzentrieren.

Wichtig für die Vorbereitung der Verkostung ist die richtige Temperatur des Bieres. Sie liegt zwischen acht und zehn Grad Celsius. Die Gläser sollten einheitlich und mit frischem Wasser ausgespült sein. Der Schaum kann sich so am besten entwickeln, und ein Vergleich der Schaumkronen ist so gut möglich. Volumen, Stabilität und durchschnittliche Porengröße sind Merkmale, die einen Vergleich möglich machen.

Die Farbe des Bieres lässt sich am besten in einem hellen Raum beurteilen. Je nach Sorte reicht das Farbspektrum von einem lichten Hellgelb über Goldgelb bis hin zu einem warmen Dunkelbraun und einem kräftigen Schwarz. Doch auch innerhalb der einzelnen Sorten gibt es einige Farbnuancen. Filtrierte, also "blanke" Biere enthalten keine natürlichen Trübstoffe. Anders bei naturtrüben oder unfiltrierten Bieren wie Weizen oder Zwickelbier. Bei ihnen sollten die Trübstoffe sichtbar sein.

Der Geruch spielt auch eine wichtige Rolle in der Beurteilung. Hopfen-, Frucht- und Gewürzaromen lassen auf den Geschmack des Bieres schließen.

Der Geschmackssinn wird nun endlich angesprochen. Der erste Schluck sollte das bestätigen, was man bisher vom Bier wahrgenommen hat. Die wichtigste Frage nach der Prozedur ist: Darf es noch ein Schluck sein?




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