Autor Thema: AUSLAND | Volkan in Namibia: Vorfreude auf ein Abenteuer  (Gelesen 3692 mal)

Raphael Grant

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AUSLAND | Volkan in Namibia: Vorfreude auf ein Abenteuer
« am: 18. September 2014, 19:06:47 »
Ausland


Volkan Sazli
Bald beginnt Volkans einjähriger Freiwilligendienst in Namibia. In unserem Auslandsblog erzählt er von Motivation, Vorfreude und seinen Ängsten.
Ich bin ein 20-jähriger Hobbyschauspieler aus dem kunterbunten Köln. In wenigen Tagen betrete ich mit meinen Füßen den Boden Namibias und trete mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und des Deutschen Roten Kreuzes meinen langersehnten Freiwilligendienst in Swakopmund an. Ich werde für ein Jahr im "School Project & Community Centre“ arbeiten, einem Kinderhilfsprojekt, das sich in einem sogenannten "Slum“ befindet. Die öffentliche Einrichtung besteht aus drei aneinandergeschweißten Containern mit zwei Klassenräumen und aus zwei einzelnen Containern, einer Computerklasse mit sieben Computern und einem Klassenraum für die Pre-School, ähnlich einem Kindergarten.

Der Wunsch
Meine Aufgabe wird es sein, Kinder und Jugendliche in Mathe und Englisch zu unterrichten, die sich den Besuch einer staatlichen Schule nicht leisten können. Vor vielen Jahren entwickelte ich den innigen Wunsch nach Abschluss meines Abiturs ins Ausland reisen zu wollen und mich nicht nur auf ein großes Abenteuer einzulassen, sondern mich gleichzeitig zu engagieren. Ich habe ein großes Herz für Kinder, weil sie die Zukunft einer jeden Gesellschaft sind. Sie sind frei von Vorurteilen und begegnen jedem Menschen mit offenen Herzen und sind im Gegensatz zu Erwachsenen dankbar für jede Kleinigkeit.

Meine Motivation
Ich wurde sehr oft gefragt, warum ich mich unbedingt am anderen Ende der Welt sozial engagieren möchte und nicht im nächstgelegenen Kindergarten in Deutschland. Das ist eine sehr schwierige Frage, über die ich lange nachdenken musste. Ich möchte mich in Namibia aus humanitären Gründen engagieren. Es ist mir wichtig, den Menschen in einem "Entwicklungsland“ aus Solidarität und Menschlichkeit zu helfen. Während ich bedenkenlos in den Kühlschrank blicke und danach greife worauf ich Lust habe, sterben auf der anderen Seite der Welt unzählige Menschen an Hunger und Unterernährung. Während ich gelangweilt in der Schule sitze und dem Unterricht folge, haben Kinder in Namibia aus finanziellen Gründen keine Chance auf Bildung. Während ich mir Gedanken darüber mache, wofür ich mein Geld als nächstes ausgeben könnte, arbeiten die dort lebenden Kinder hart, um ihre eigene Familie mit zu ernähren. Es ist ein naives Wunschdenken die Welt verbessern zu wollen – ich werde es nicht schaffen, Hunger und Armut zu bekämpfen, Schulen mit Fördermitteln zu erbauen oder Gewalt an unschuldigen Menschen vollkommen abzuwenden.

Mit anpacken
Das ist auch nicht mein Ziel: Ich möchte im Kleinen mit anpacken, neue Ideen nachhaltig in meinem zukünftigen Projekt einbringen und gleichzeitig Verantwortung übernehmen. Aber eben auch ein neues Land kennenlernen samt Leute, Kultur und Sprache. Ein solcher Freiwilligendienst ist eine gute Möglichkeit für junge Leute wie mich, Toleranz, internationale Kommunikation und die Freundschaft zwischen den Ländern zu fördern.

Außerdem kann man später diese Erfahrungen in die eigene gewohnte Umgebung wieder einfließen lassen, damit Freunde, Familie und Bekannte auch davon profitieren. Ich hoffe allerdings, dass dieser Freiwilligendienst in Afrika auch zur Entwicklung meiner Persönlichkeit und die der Kinder in Namibia beitragen wird.

Vorfreude und Selbstzweifel
Ein solches Vorhaben fordert mich schon vor Antritt. Es gab keinen einzigen Tag in den letzten Monaten und Wochen, an dem ich nicht über meine bevorstehende Zeit in Namibia gedacht habe. Ich habe Angst den Erwartungen der Menschen, die für das Kinderhilfsprojekt verantwortlich sind, nicht gerecht zu werden. Und oft frage ich mich, ob ich dieser Herausforderung überhaupt gewachsen bin und den richtigen Weg eingeschlagen habe. Warum Afrika? Warum Kinderhilfsprojekt? Warum bei den Ärmsten der Armen? Diese Fragen lassen sich wohl erst vor Ort beantworten. Es wird bestimmt nicht einfach, aber ich freue mich darauf, mit den Kindern zu spielen, zu lachen und zu tanzen. Wir werden sicher einiges mit- und voneinander lernen.

© 2014 yaez


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