Autor Thema: Luftkrieg über Bayern von Deggendorf bis Zwiesel  (Gelesen 3037 mal)

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Luftkrieg über Bayern von Deggendorf bis Zwiesel
« am: 05. März 2015, 08:39:38 »

Messerschmidt Me 410
Bomben auf Deutschland am Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren: In den Köpfen geblieben sind heute die Infernos von Hamburg, Dresden, München. Die Angriffe von Aschaffenburg bis Zwiesel sind dagegen relativ unbekannt. Diese Region abseits der Großstädte nimmt Harald Dill in seinem dreibändigen Werk "Luftkrieg von Aschaffenburg bis Zwiesel" in den Blick. In den sehr gut strukturierten Büchern bespricht der Heimatforscher und emeritierte Professor der Geologie Aspekte des Fliegerlebens von der Ausbildung und Organisation der Flugplätze über Geschehnisse in einzelnen Orten bis zu Unfällen. Dill konzentriert sich auf Oberfranken und die Oberpfalz, wo sich schon aufgrund des Geländes mehr Stützpunkte befanden als in Ostbayern. Dennoch findet sich in der über 1000 Seiten starken Publikation auch eine kompakte Darstellung der wichtigsten Ereignisse in der Region. Ein Überblick:
In drei Wellen griffen die United States Army Air Forces (USAAF) am 20. April 1945 Deggendorf an. Neben der Ortschaft Deggenau wurden besonders das Wallnersche Öldepot, Anlagen der Reederei und der Siriuswerke getroffen, kaum jedoch militärische Einrichtungen. Am 25. April wurden noch einmal Napalm-Bomben auf das Öldepot abgeworfen.


Fast völlig zerstört war der Plattlinger Bahnhof nach dem Bombenangriff der USAAF am 16. April 1945.

Am 20. April 1945 bombardierten die USAAF u. a. die "Zwieseler Spinne", den Knotenpunkt der Eisenbahnstrecken Richtung Bodenmais, Grafenau und Plattling. Von Flak oder Abfangjägern wurden die Bomber nicht mehr behelligt, 18 Menschen starben. Der Angriff war laut Dill insofern strategisch sinnlos, als Zwiesel zwar auf der Eisenbahnroute von den Skoda-Werken in Pilsen zu den Panzerwerken in Aschaffenburg und Nürnberg lag, diese sich aber bereits in amerikanischen Händen befanden. Am 27. April marschierte die US Army ohne Kampf in Zwiesel ein.


Angriff auf einen amerikanischen Bomber: Die deutsche Messerschmidt Me 410 − klein hinter dem Seitenruder − hält sich außerhalb der Reichweite von dessen Defensivwaffen.

Harald G. Dill/Karlheinz Hetz: Luftkrieg von Aschaffenburg bis Zwiesel. Spätling Verlag, 1016 Seiten in drei Bänden, 78,90 Euro.


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