Autor Thema: Karfreitag: Hauptsache «Freitag»  (Gelesen 3758 mal)

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Karfreitag: Hauptsache «Freitag»
« am: 03. April 2015, 10:04:12 »
Vaduz


Fusswaschung Jesu an den Jüngern
Am Freitag ist Karfreitag. Das ist der Tag der Erinnerung an den Kreuzestod Christi. Mit ihm sind Riten und Glaubenszeugnisse verbunden. Dazu gehört der Verzicht auf Fleisch. Aber «Verzicht» ist meist schon verpönt, also «unzeitgemäss».
Nach dem letzten Abendmahl, dessen man am Gründonnerstag gedenkt, ging Jesus mit den Jüngern in einen Garten und rang im Gebet um den Willen Gottes. Darauf folgte die Gefangennahme. Jesus wurde von der jüdischen Obrigkeit verhört und von dieser an den Oberbefehlshaber der römischen Besatzungsmacht überwiesen. Die Verurteilung erfolgte in einem Hin und Her zwischen Pilatus und der jüdischen Obrigkeit, die wiederum die Menge zu steuern vermochte. Pilatus bot eine Amnestie an, die aber einem anderen Verhafteten, Barabbas, zugutekam.

Jesus verhöhnt
Bevor Jesus zur Kreuzigung geführt wurde, geisselte man ihn und verhöhnte ihn als Pseudokönig. Dann wurde er zur Hinrichtungsstätte geführt und gekreuzigt. Selbst hier verspotteten ihn noch seine Gegner. Er starb und wurde beigesetzt. Wer durch das Kreuz hingerichtet wurde, galt im römischen Reich als ein verachtenswerter Verbrecher. Jesus ist zu dem schmerzlichsten und schmählichsten Tod verurteilt worden, den die damalige Zeit kannte. An den Karfreitag erinnert seitdem in fast jeder Kirche das Kreuz.

Unzeitgemäss?
«Erlaubt ist, was gefällt; was machbar ist, kann man tun; Hauptsache glücklich; geniesse dein Leben …» Lebenseinstellungen, die dem Zeitgeist von heute entsprechen. Im Widerspruch dazu stehende Begriffe verschwinden daher: «Opfer bringen? Auf etwas freiwillig verzichten?» So gesehen hat auch der morgige Karfreitag seinen Sinn, ja, seine Berechtigung verloren.