Autor Thema: Radio Eriwan und der Zauber Armeniens  (Gelesen 384 mal)

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Radio Eriwan und der Zauber Armeniens
« am: 21. September 2016, 07:47:17 »
"Im Prinzip ja..."


Der biblische Berg Ararat und das Kloster Chor Virap.
Armenien: Ältestes christliches Land der Welt und doch vielen unbekannt. Es lohnt sich aber, das kleine Hochgebirgsland im Kaukasus zu entdecken.
Jerewan, auch Eriwan. Der AUA- Flug aus Wien setzt in der Hauptstadt Armeniens um halb vier morgens auf.

Eriwan - war da seinerzeit nicht etwas? Ja, richtig, die "Radio Eriwan"- Witze haben während der Zeit der Sowjetunion zum Lachen gebracht.

Srbuhi, unsere perfekt Deutsch sprechende Reiseleiterin mit dem zungenbrecherischen Namen, erzählt zur Begrüßung einen. Frage an Radio Eriwan: "Stimmt es, dass in den USA jeder ein Auto hat?" Antwort von Radio Eriwan: "Im Prinzip ja, dafür hat bei uns aber jeder einen Parkplatz "

Auch der Papst war da
Kurz vor uns ist Papst Franziskus gelandet. Der Heilige Vater machte dem ältesten christlichen Land der Welt seine Aufwartung. Er geißelte den Völkermord an den Armeniern vor 100 Jahren, den die Türkei bekanntlich hartnäckig leugnet. Der Papst betet vor der ewigen Flamme der Gedenkstätte Zizernabakerd für die nach armenischen Schätzungen rund 1,5 Millionen Opfer des Osmanischen Reichs.


Uralte Grabstätten - Armenien ist voll davon.

Das nur knapp 30.000 Quadratkilometer große Land mit heute drei Millionen Einwohnern hat es in seiner langen Geschichte nicht leicht gehabt. Bis vor 25 Jahren war das von den Scheldschuken, Mongolen und Persern eroberte Land ein Teil der Sowjetunion. Heute trennt Armenien von seinen verfeindeten Nachbarn Aserbaidschan und Türkei ein "Eiserner Vorhang".

Jerewan - eine uralte und heute pulsierende Stadt mit orientalischen Zügen. Hochhausklötze an den Boulevards im Zentrum, in den Seitengassen kleine alte Häuser mit schönen Torbögen und Holzbalkonen.


Blick auf Armeniens Hauptstadt Eriwan und den Ararat.

Am "Platz der Republik" verweilt man an lauen Abenden an den 2750 Springbrunnen, die seit dem 1968 gefeierten 2750. Geburtstag der Stadt sprudeln. Sehenswert die Museen mit Gemälden und 13.000 Handschriften aus Pergament, die von der langen Geschichte des Landes erzählen.

Beeindruckende Klöster
Ins Auge sticht die aus aprikosefarbenem Tuffstein erbaute Kathedrale des heiligen Gregors des Erleuchters. Das Christentum ist seit gut 1700 Jahren Staatsreligion. Davon zeugen die beeindruckenden alten Klosteranlagen, an denen bei unserer Entdeckungsreise kein Weg vorbeiführt. Innehalten in der Kathedrale von Etschmiadsin, dem Sitz von Katholikos Karekin II., dem Patriarchen der Armenischen Apostolischen Kirche. UNESCO- Weltkulturerbe wie auch das Höhlenkloster Geghard, das am Debed Canyon gelegene, 1000 Jahre alte Kloster Haghpat und das wunderschöne Gebirgskloster Noravankh.


Das zauberhafte Kloster Noravankh am Ende der Schlucht Amaghu.

Auf der Fahrt durch die fruchtbare Araratebene wandeln wir auf biblischen Spuren. Noah soll hier nach dem Abstieg vom 5137 Meter hohen Berg Ararat die erste Weinrebe gepflanzt haben. Entlang der Straßen bieten Bauern köstliche Feigen, Marillen, Kirschen und allerlei andere Früchte an. Frisch vom Baum oder getrocknet, je nach Saison.

Auf der Terrasse des Klosters Chor Virap steht man dem Ararat Aug in Auge gegenüber. Der "heilige Berg", auf dem nach der biblischen Sintflut die Arche Noah gestrandet sein soll, scheint so nah und ist uns doch so fern - die Grenze zur Türkei ist hermetisch geschlossen.

Zur "blauen Perle Armeniens"
Über den Selim- Pass fahren wir hinauf ins Hochgebirge und statten der "blauen Perle Armeniens", wie der 1900 Meter hoch gelegene Sewansee gepriesen wird, einen Besuch ab. Zweimal so groß wie der Bodensee ist Armeniens einziges "Meer" - eine wahre Naturidylle. Auf dem Friedhof von Gavaraget bestaunen wir die vielen jahrhundertealten Grabstätten. "Unsere Gräber sind für die Ewigkeit, bei uns werden sie niemals aufgelassen", erzählt Armen, unser armenischer Fahrer, stolz.

Ein Souvenir aus Armenien? Das beliebteste ist der Ararat- Cognac. Ein Ratschlag: Keinesfalls in das Handgepäck packen, denn dann trinkt ihn der armenische Zoll.