Autor Thema: Altöttings Gnadenkapelle: Letzte Ruhestätte der Wittelsbacher  (Gelesen 356 mal)

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Altötting


Oktogon der Altöttinger Gnadenkapelle
Das mittelalterliche Oktogon der Gnadenkapelle gilt als ältestes Bauwerk in Altötting, wenig Tageslicht erhellt sein Inneres. Umso heller erstrahlt nicht zuletzt deshalb darin der Altar mit dem Gnadenbild Unserer Lieben Frau. Der Besucher richtet seinen Blick auf die Schwarze Madonna, auf die davor knienden Figuren des hl. Bruder Konrad und des "Silberprinzen" Maximilian III. Joseph. Nur wenigen dagegen fallen an der gegenüber liegenden, schwarzgrauen Westwand die Urnen auf, die in den Nischen stehen – 28 an der Zahl.
Bestattet sind darin Herzen überwiegend von Mitgliedern des Hauses Wittelsbach – darunter auch jenes von König Otto I. von Bayern, der vor 100 Jahren starb, dessen Name, dessen Leben aber den wenigsten Bayern wirklich etwas sagt. Ganz im Gegensatz zu seinem Bruder König Ludwig II., im Freistaat immer noch als "Märchenkönig" verehrt – nicht zuletzt wegen seiner Schlösserbauten. Otto war sein knapp drei Jahre jüngerer Bruder und sein Nachfolger – der keinen Tag regierte.


Im Oktogon der Altöttinger Gnadenkapelle, der Schwarzen Madonna gegenüber, sind die Herzurnen der Wittelsbacher aufgereiht, darunter seit August 1917 auch jene von König Otto I. von Bayern, die als eine der kunstvollsten gilt

Geboren am 27. April des Revolutionsjahres 1848, schlug er als 15-Jähriger eine Militärlaufbahn ein. In Jugendjahren galt er als heiter, Historiker machen auch seine Erlebnisse im Feld während des deutsch-deutschen Bruderkrieges (1866) und des deutsch-französischen Krieges (1870/71) für die Eintrübung seines Gemüts verantwortlich. Dennoch schätzte Ludwig seinen Bruder Otto als Ansprechpartner und Berater und entsandte ihn etwa zur Proklamation des Deutschen Kaiserreichs nach Versailles.