Autor Thema: Prozess um Zugunglück von Bad Aibling beginnt  (Gelesen 928 mal)

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Prozess um Zugunglück von Bad Aibling beginnt
« am: 10. November 2016, 08:58:02 »
Traunstein


Unfallstelle des Zugunglücks in Bad Aibling.
Fast genau neun Monate nach dem verheerenden Zugunglück von Bad Aibling mit zwölf Toten muss sich der Fahrdienstleiter vor Gericht verantworten. Dem 40-Jährigen wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Der Bahnmitarbeiter soll Signale falsch gestellt haben. Zudem wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, bis kurz vor dem Frontalzusammenstoß der beiden Züge verbotenerweise ein Fantasy-Rollenspiel auf seinem Smartphone gespielt zu haben.
Für den heute vor dem Landgericht Traunstein beginnenden Prozess sind sieben Verhandlungstage vorgesehen. Das Urteil soll am 5. Dezember verkündet werden. Die Höchststrafe bei fahrlässiger Tötung beträgt fünf Jahre. Bei dem Bahnunglück - eines der schwersten in der deutschen Nachkriegsgeschichte - wurden neben den zwölf Toten fast 90 Insassen teils schwer verletzt.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft schickte der Fahrdienstleiter beide Züge am Unglücksmorgen zwischen zwei Bahnhöfen gleichzeitig auf die eingleisige Strecke. Technische Vorrichtungen, die das eigentlich verhindern, blockierte er. Als der Mann den verhängnisvollen Irrtum bemerkte, beging er laut Anklage einen weiteren Fehler: Er wollte die Lokführer noch warnen, erwischte aber den falschen Knopf, so dass der Alarm nicht in den Zügen ankam.