Autor Thema: Sankt-Martins-Umzüge müssen Pegida-Demonstration weichen  (Gelesen 925 mal)

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Sankt-Martins-Umzüge müssen Pegida-Demonstration weichen
« am: 12. November 2016, 08:01:12 »
Fürth


Sankt-Martins-Laternen werden in Fürth nicht zu sehen sein.
Da in Fürth Pegida-Demonstranten am Martinstag auf die Straße gehen wollten, können mehrere Kinder-Laternenumzüge nicht stattfinden. Das berichteten die "Fürther Nachrichten" (Online-Ausgabe).
Verantwortlich dafür ist den Angaben zufolge die Stadtverwaltung, die den Pegida-Aufmarsch auf den Fürther Obstmarkt verlegte, obwohl dort am frühen Abend auch drei Martinsumzüge evangelischer Kindergärten vorgesehen waren. Einer von ihnen fällt aus, ein anderer wird verlegt und ein dritter um eine Woche verschoben. Die Stadt entschuldigte sich am Freitag.

Der evangelische Pfarrer Hans-Ulrich Pschierer sagte dem Blatt zufolge, man habe den Mädchen und Jungen eine "bedrohliche Kulisse" ersparen wollen. In einem Schreiben eines der Kindergärten, des Elternbeirats und des Geistlichen an die Zeitung heißt es: "Den Kindern vermitteln wir Offenheit und Menschenfreundlichkeit gegenüber allen Notleidenden unserer Zeit." Nun werde man von Rechtspopulisten verdrängt, die für Abgrenzung und Ausländerfeindlichkeit stünden. "Sankt Martin würde sich im Grabe umdrehen."

Martin von Tours gehört zu den bekanntesten Heiligen im christlichen Festkalender. In diesem Jahr gedenken die Gläubigen seines 1700. Geburtstags. Die Martinsumzüge erinnern an die Legende, nach der er seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte.