Autor Thema: Umfrage: Jeder fünfte Lehrer an Bayerns Schulen ist Gewaltopfer  (Gelesen 1065 mal)

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München


Rund jeder fünfte Lehrer an bayerischen Schulen ist laut einer Umfrage schon mal Opfer körperlicher oder psychischer Gewalt geworden. Vier Prozent der Lehrer gaben an, dass sie auf ihrer Arbeit schon einmal körperlich angegriffen wurden. Hochgerechnet seien damit rund 3800 Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen im Freistaat bereits Opfer von tätlicher Gewalt geworden, teilte der Bayerische Lehrerverband BLLV am Montag in München mit.
An bayerischen Schulen geht die psychische und verbale Gewalt gegenüber Lehrern häufiger von Eltern als von Schülern aus - 59 Prozent der betroffenen Lehrer gaben an, dass die Gewalt von den Eltern ausging. Die Schüler selbst wurden von 52 Prozent genannt. Und es handelt sich bei diesen Angriffen meist nicht um Einzelfälle, wie die am Montag vorgestellte Forsa-Studie "Gewalt gegen Lehrer" zeigt. Mehr als die Hälfte der von psychischer Gewalt betroffenen Lehrkräfte gab an, solche Erfahrungen mehrfach gemacht zu haben.

Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, überraschen diese Zahlen nicht. Fälle, in denen Eltern gegenüber einem Lehrer aggressiv werden, kennt auch er. "Eltern sind insgesamt anspruchsvoller geworden. Einige wollen schulische Entscheidungen nicht akzeptieren", sagt der ehemalige Schulleiter. Bei einer Strafarbeit, einem Verweis, dem Ausschluss von einem Ausflug wegen schlechten Benehmens sind dann die Lehrer schuld, nicht der Sohn oder die Tochter.

Kraus spricht von "heftigen Beschimpfungen am Telefon", von Drohungen und Schimpfnamen gegenüber Lehrern, von Gruppen in sozialen Netzwerken wie Facebook und Whatsapp, in denen Eltern kollektiv über Lehrkräfte herziehen und sich "kampagnenartig mobilisieren". Die psychische und verbale Gewalt habe generell durch die sozialen Netzwerke zugenommen, sagt Kraus.