Autor Thema: Vergewaltigung: 23-Jähriger zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt  (Gelesen 1034 mal)

Sputnik Magazin

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Deggendorf


In dubio pro reo – im Zweifel für den Angeklagten – lautet zwar eine der ältesten Grundregeln in der gerichtlichen Welt. In dem Prozess um die vermeintliche Vergewaltigung einer zum Tatzeitpunkt 19-jährigen Frau aus dem Landkreis sah die Erste Strafkammer am Deggendorfer Landgericht unter dem Vorsitz von Landgerichtsvizepräsidentin Gisela Schwack die Schuld eines 23-jährigen Auszubildenden aber am Donnerstag nach etlichen Prozesstagen für erwiesen an. Auch wenn für die Verteidigung viele Fragen offen blieben, wurde der Mann zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt.
Es gibt keine Zeugen dafür, was in der Nacht auf den 26. Juli vorigen Jahres in einem Waldstück im Landkreis Deggendorf tatsächlich geschehen ist. Die Beweislast war aus Sicht des Gerichtes aber ausreichend, um davon ausgehen zu können, dass das, was die junge Frau sagte, die im Prozess als Nebenklägerin auftrat, den Tatsachen entspricht. Der 23-Jährige und seine damalige Freundin waren am Vorabend auf dem Eginger Volksfest unterwegs, es kam zu einem größeren Streit, der in zwei Ohrfeigen gipfelte, die der Angeklagte vor Gericht einräumte.

Das folgende Geschehen stellt sich aus Sicht des Gerichtes so dar: Der junge Mann kontaktierte seine Freundin, holte sie ab und fuhr mit ihr anschließend in ein Waldstück zwischen Schlott und Reichersdorf. Dort habe der Mann die Frau geschlagen und auf der Motorhaube seines Autos vergewaltigt. Nur mit viel Überredungskunst sei es ihr gelungen, ihn dazu zu bewegen, sie anschließend nach Hause zu fahren. Erst einige Tage später kam der Vorfall zur Anzeige.