Autor Thema: Florian Silbereisen ist stolz auf Bambi und seine Helene Fischer  (Gelesen 217 mal)

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Berlin / Tiefenbach


Florian Silbereisen ist stolz auf Bambi
Der waschechte Niederbayer aus Tiefenbach (Landkreis Passau) steht schon seit 25 Jahren auf der Bühne - oft von seinen Kritikern belächelt, doch immer erfolgreich. Am Donnerstagabend hat er den Bambi in der Kategorie Fernsehen erhalten.
Es ist eine glamouröse Bambi-Gala mit politischen Botschaften. Stars wie Fußballer Bastian Schweinsteiger, Popsänger Robbie Williams, Panikrocker Udo Lindenberg und Schauspieler Mario Adorf wurden am Donnerstagabend in Berlin mit dem begehrten Preis von Hubert Burda Media ausgezeichnet.

Udo Lindenberg sitzt ganz vorn auf der Stuhlkante, als Sting seine Laudatio auf den Panikrocker auf Deutsch hält. Schlagersängerin Helene Fischer hat Tränen in den Augen, als ihr Freund Florian Silbereisen ihr auf der Bühne eine Liebeserklärung macht. Robbie Williams legt mehrere Outfit-Wechsel hin.

Aber bei allem Glamour - der Bambi ist diesmal ungewöhnlich politisch. Auffällig viele Preisträger und Laudatoren rufen bei der 68. Ausgabe des Burda-Preises auf der Bühne zu Nächstenliebe und Toleranz auf. Es geht bei der Gala im Berliner Stage Theater auch um Freundschaft und Liebe.

Silbereisen ist "sehr glücklich und sehr stolz"
Im Saal seien viele schöne Frauen, sagt Florian Silbereisen, der mit dem Bambi in der Kategorie Fernsehen ausgezeichnet wird. Aber man möge ihm verzeihen, wenn er sage: "Dass ich sehr glücklich und sehr stolz bin, dass die Allerschönste heute mit mir hier ist." Helene Fischer könnte jetzt Taschentücher gebrauchen.

Ihre Liebe zeigen am Donnerstagabend auch Bastian Schweinsteiger und die Tennisspielerin Ana Ivanovic. Es ist einer der ersten öffentlichen Auftritte der beiden als Ehepaar. Schweinsteiger nimmt den Ehrenpreis der Jury gerührt von seinem guten Freund und Skirennfahrer Felix Neureuther entgegen. Dieser hatte sich zuvor an seinen Freund gewandt: "Lieber Basti, du bist ein Vorbild für Millionen und nicht nur wegen deiner sportlichen Erfolge, sondern vor allem, weil du das Herz am rechten Fleck hast."

Schweinsteigers Frau wirft Neureuther dafür eine Kusshand aus dem Publikum zu. Direkt neben ihr sitzt ihre Freundin und Tennis-Kollegin Angelique Kerber, die in der Kategorie Sport geehrt wird. "Ich hab immer für meine Träume gekämpft und die sind wahr geworden", sagt Kerber. Das sei auch ihre Botschaft: "Gebt niemals auf." Wie das Mittagessen mit US-Präsident Barack Obama bei dessen Berlin-Besuch war, von dem Kerber zuvor bei Twitter berichtete - das erzählt sie nicht.

Als bester Film wird die Komödie "Er ist wieder da" ausgezeichnet. Er sei heute aktueller denn je, sagt Hauptdarsteller Oliver Masucci, der darin Adolf Hitler spielt: "Diese braune Soße, die sich da durch Europa ergießt, macht mir Sorgen." Auch Comedy-Preisträger Bülent Ceylan wird deutlich: "Wir dürfen uns von diesen scheiß Terroristen niemals das Lachen nehmen lassen." Auch rechtsextreme Tendenzen machten ihm Angst.

Für Nächstenliebe und Integration
Baden-Württembergs Ministerpräsiden Winfried Kretschmann wird in seiner Laudatio für Fußball-Bundestrainer Joachim Löw natürlich sehr politisch: "Ein Blick in die USA zeigt uns ja, auf welch dünnem Eis wir uns bewegen." An den Werten einer Gesellschaft müsse man immer wieder arbeiten, sagt Kretschmann. "Und jeder, ob Mario, Mesut oder Thomas, sollte Chancen haben, Erfolg zu haben und sich hochzuarbeiten."

Was auf dem Rasen so gut funktioniere, das müsse doch auch in einer Gesellschaft möglich sein. "Wir haben großartige Spieler, aber wir haben vor allem auch großartige Menschen mit ganz unterschiedlichen Religionen, ganz unterschiedlichen Wurzeln", sagt Löw mit dem Bambi für Integration in den Händen. Er wünsche sich, dass das, was in der Nationalmannschaft funktioniere, auch in der Gesellschaft funktioniere. "Lassen Sie uns alle zu einer deutschen Integrationsmannschaft werden."

Für seine Nächstenliebe wird Papst Franziskus geehrt. Das goldene Reh nahm er bereits vor einer Woche im Vatikan entgegen. Nun hält der frühere Bundespräsident Horst Köhler die Laudatio. Er zeigt schwäbischen Humor: "Ich bin saumäßig froh, dass er den Preis gewidmet bekommen und auch angenommen hat."

Was gelebte Nächstenliebe ist, zeigen auch die Schwestern Yusra und Sarah Mardini. Sie haben auf ihrer Flucht vor dem Krieg bei einem Bootsunglück 18 Menschen gerettet - und bekommen nun den Bambi als "stille Helden". Yusras Deutsch holpert noch ein bisschen. Die Botschaft kommt an: Sie dankt Deutschland, dass es Flüchtlinge aufnimmt und hilft.