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Letzter Beitrag: 03. Oktober 2024, 08:07:59
🕊 Hand in Hand für den Frieden & Ger... von Hamzah

🏞  Traun - Gmunden

Begonnen von Martin, Heute um 09:14:21

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Topic keywords [SEO] ÖsterreichOberösterreichSalzkammergutTraunTraunseeGmundnGmundenSeeschloss

Martin

🏞  Traun - Gmunden
🏞  Traun - Gmundn


Luftbild von SW, Gmunden mit Seeschloss Ort (2006)
Bild 2: Panorama von Gmunden vom Traunsee aus


Gmunden (boarisch Gmundn) ist eine Stadt im oberösterreichischen Salzkammergut am Nordufer des Traunsees.

Sie hat 13.231 Einwohner (Stand 1. Jänner 2025) und ist Sitz der Bezirkshauptmannschaft des Bezirks Gmunden. Als Zentrum des Gerichtsbezirks Gmunden beherbergt sie das Bezirksgericht. Die Stadt ist unter anderem bekannt als Herkunftsort der Gmundner Keramik, als renommierte Sommerfrische in der Zeit der k. u. k. Monarchie sowie als Schauplatz der in den 1990er Jahren produzierten Fernsehserie Schlosshotel Orth.

Das ursprüngliche Zentrum der Stadt war der Marktplatz. Als dieser in der Blütezeit des Salzhandels an Bedeutung verlor, entwickelte sich der Rathausplatz zum Stadtzentrum.

Gmunden liegt auf 425 m Seehöhe im Traunviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,4 km und von West nach Ost 13,5 km, die Gesamtfläche 63,49 km². Das Gemeindegebiet umfasst ein Areal entlang des Nordufers sowie weite Bereiche am Ostufer des Traunsees.

Geschichte

Wenig ist über die Besiedlung Gmundens im Altertum bekannt. Römerzeitliche Städter aus Iuvavum (Salzburg) oder Ovilava (Wels) unterhielten am Traunsee Villen und Gutshofkomplexe in schönsichtiger Lage, um sich dort während der Sommermonate aufzuhalten. Neben der frühen Entdeckung der Gmundner Landschaft als Ort der Sommerfrische, bildete schon damals der Salzabbau und -handel die wirtschaftlichen Haupttätigkeit, die frühesten Belege stammen aus dem 5. Jahrhundert. Die ersten Siedler waren Fischer. Die Siedlung erhielt ihren Namen von der Mündung des Traunsees in die Traun und wurde anfangs etwa (ze) gemunten (,bei den Mündungen') genannt. Der Plural wurde verwendet, weil die Traun noch nicht reguliert war und der See in mehreren Armen in sie mündete.

Gmunden hatte schon im Jahr 1217 ein Landesgericht (heute Bezirksgericht). Im Mittelalter war es wie die meisten Städte Europas schwer befestigt. Um 1278 wurde Gmunden zu einer landesfürstlichen Stadt erhoben, aber erst um 1300 erhielt es eine eigene Kirche. Es hatte sich in dieser Zeit zum bekannten Mittelpunkt des Kammerguts entwickelt, was vor allem dem Salzabbau zu danken war. Von den drei stärksten Abbaugebieten Hallstatt, Lauffen und Ischl wurden die Fuder traunabwärts nach Gmunden gebracht, wo an der Lände des Rathausplatzes ,,bei ruhigem Wetter zehn, bei stürmischem Seegang acht Salzschiffe nebeneinander Platz fanden". Viele im 14. Jahrhundert erteilte Privilegien, darunter die Burgleh(e)n, Junkherrenrechte und Monopolverträge, ließen sich ausschließlich auf den Salzhandel zurückführen.

Mit Beginn des klösterlich-fürstlichen Bergbaues im Hochmittelalter, unter Einsatz spätmittelalterlichen Bürgerfleißes und frühkapitalistischer Wirtschaftspolitik der Landesfürsten (ab 1510/20) wurde die Salz- und andere Bergbautätigkeit intensiviert. Die Salzproduktion und -vermarktung (von Gmunden bis zum Ausseerland) gab der dazwischen liegenden Region den Namen Salzkammergut. Es ist nur natürlich, dass der Salzamtmann gemeinsam mit dem Stadtrichter wirtschaftliches und politisches Oberhaupt von Gmunden war.

Die Lebensgrundlage der Stadt blieb auch in der frühen Neuzeit der Salzhandel, die bis ins 17. Jahrhundert von schweren Bedrängnissen verschont blieb. Die wirtschaftliche Situation Gmundens verschlechterte sich erst im Zuge des protestantisch inspirierten oberösterreichischen Bauernkrieges, der Salzhandel konnte kaum aufrechterhalten werden, und Plünderungen standen an der Tagesordnung. Am 28. Mai 1626 besetzte eine Bauernschar Gmunden kampflos, die aufständischen Bauern zogen vier Monate später wieder aus der Stadt. Bayerische Musketiere rückten in Gmunden ein. Es gab in vielen Regionen Kämpfe und kriegerische Auseinandersetzungen, viele Städte und Dörfer wurden zerstört. Am 24. Oktober 1626 plünderten Bauern Ort, um den Mayrhof samt Pfleghaus und Nebengebäuden vom Seeschloss aus zu beschießen, zu plündern und in Brand zu setzen. Sowohl die Region um Gmunden als auch die meisten Städte Oberösterreichs erlitten während der Bauernkriege große wirtschaftliche und menschliche Verluste.

Ab dem 16. und während des 17. Jahrhunderts wuchs die wirtschaftliche Bedeutung von Gmunden als Lieferant von Kriegsschiffen. 1535 orderte der damalige König Ferdinand I. den Bau von 28 Nassaren (Kriegsschiffen), die unterhalb von Lambach deponiert werden sollten. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die Aufträge regelmäßiger und größer: 1653 benötigte man 40–50 Zillen zu Verteidigungszwecken, 1661 brauchte man 80 Zillen ,,zur Schlagung dreier Schiffsbrucken in Ungarn", 1662 mindestens 45 ,,Sechserinnen zur Errichtung von Schiffsbrucken", 1663 lautete ein Befehl Kaiser Leopolds I. auf Auslieferung von 100 Schiffen, ein Jahr später sollten es 300 Stück ,,Sechser- und Siebnerzillen" sein. Richtig dringlich wurden die Bestellungen 1682/1683, als sich die Türken Wien näherten: das Gmundner Salzamt wurde verständigt, dass ,,bei nunmehr augenscheinlich herannahender Türkengefahr sowohl zur Schlagung unterschiedlicher Schöfbrucken, als auch unumgänglicher Abführung des Proviant, der Munition und der Soldaten, soviel als möglich Salzzillen nöthig" wären. Im Zug der zweiten Wiener Türkenbelagerung mussten die Reichsstände, zu denen freie Städte und Reichsstädte wie Gmunden gehörten, dem Kaiser zudem eine Steuer abführen, die sogenannte Reichstürkenhilfe, die hauptsächlich der Kriegsfinanzierung diente. Und auch jeder Bürger musste einen Reichstaler Handgeld beisteuern.

Solange der österreichische Erbfolgekrieg währte, war Gmunden wie die meisten Städte Oberösterreichs von militärischen Truppen – zunächst bayerischen, später französischen und schließlich von Soldaten der eigenen Regimenter – besetzt. Die Einheimischen litten unter den hohen Quartierlasten, die hauptsächlich die Bereitstellung von Unterkünften und die Verpflegungskosten betrafen. Hinzu kamen schlechte Ernten in Folge von Unwettern, wodurch die Bewohner der Region noch jahrelang unter starker Armut litten.

Nach überstandenen Mühen und Lasten, die Kriege und Besetzungen allgemein mit sich bringen, wurden Gmunden und der Traunsee von Städtern bald als idealer Aufenthaltsort zur Entspannung entdeckt. Das scheint in Friedensjahren schon im 16./17. Jahrhundert der Fall gewesen zu sein, weshalb es – aus nicht ganz erklärlichen Gründen – bald Erlässe gab, die Region von ,,Fremden jeglicher Herkunft abzuschirmen". 1654 hieß es, dass keiner ,,Person erlaubt sein soll, sich im Cammergutt niederzulassen" und 1700 erging sogar eine Hofanweisung, der zufolge die Gegend ,,von Ueberfüllung freizuhalten" sei. Unter Kaiser Joseph II. kam es zur Auflösung der 250 Jahre lang geltenden Kammergutsverfassung, in deren Folge Gmunden als Salzwirtschaftszentrum demontiert wurde. Allerdings wurden zumindest die Zuwanderungs- und Aufenthaltsverbote aufgehoben.

Anfang des 19. Jahrhunderts zeichnete sich das Ende der Blüte des Salzhandels ab, weshalb es wichtig war, neue Einnahmequellen zu finden. Die Entwicklung Gmundens zur Kurstadt und die daraus hervorgehende legendäre Konkurrenz mit Bad Ischl begann. 1862 wurde Gmunden zur Kurstadt ernannt.

Im September 1914 übernahm Gmunden die Aufgabe einer Lazarettstadt. 190 verwundete Soldaten kamen an und wurden in die dafür eingerichteten Spitäler gebracht. In den folgenden Monaten trafen hunderte Verwundete ein. Im Jahr 1916 kam es zu einer rapiden Verschlechterung der Versorgung der Bevölkerung, die vorerst nicht verbessert werden konnte.

Nach dem Krieg führte die Verelendung breiter Bevölkerungsschichten zu einem Anstieg an Tuberkulosefällen. Der Gmundner Arzt und Kunstmäzen Emil Kugler eröffnete zur Bekämpfung der Krankheit zunächst im Jahr 1920 die Kindersonnenheilstätte am Offensee und 1935 die ganzjährige Heilstätte auf dem Gmundnerberg. Aufgrund des guten Rufs der Heilstätten stieg die Zahl der Patienten kontinuierlich, und so kam es zu regelmäßigen baulichen Erweiterungen.

Mit 1. Jänner 1939 mussten Teile von Eck und Ort sowie Traunleithen und Theresienthal von der Gemeinde Altmünster an Gmunden abgetreten werden. Dadurch war auch der Bahnhof in das Gemeindegebiet von Gmunden eingegliedert. Bis in die 1950er-Jahre versuchte die Gemeinde Altmünster die abgetretenen Gebiete zurückzubekommen.

1942 musste Gmunden hunderte Flüchtlinge aufnehmen. Ein Jahr vor Kriegsende wurde Gmunden zur Flüchtlingsstadt. Die Bevölkerung wuchs auf 30.000 Menschen an, eine Menschenmenge, die die Gemeinde nicht bewältigen konnte. Obwohl die Stadt von Bombenangriffen verschont blieb, war die Wirtschaft gegen Ende des Krieges völlig am Boden. Im Zweiten Weltkrieg wurde Gmunden ebenfalls als Lazarettstadt genutzt. Von den über 600 zum Kriegsdienst eingezogenen Gmundnern überlebten nicht einmal 13 Prozent den Krieg. Während der Besatzungszeit errichteten die US-Truppen ein Spionagezentrum. Dabei wurden auch viele ehemalige SS-Leute angeheuert, da man Kenntnisse über die sowjetischen Verhältnisse vermutete. Vom amerikanischen Wiederaufbauprogramm profitierte auch die Stadt Gmunden.

Im Jahr 2008 fand die dezentrale Landesausstellung unter dem Titel ,,Das Salzkammergut" statt. Die Leit- und Überblicksausstellung war im Schloss Ort in Gmunden. Neben Gmunden beteiligten sich elf weitere Gemeinden des Salzkammerguts. Für diesen Zweck wurde das Kammerhofmuseum aus- bzw. umgebaut.

Wegen zu geringer Schülerzahl wurden die zuvor eigenständigen Hauptschulen (Hebbel- und Habertschule) ab dem Schuljahr 2007/2008 zusammengelegt.

Für das Jahr 2007 gab es einen Maßnahmenkatalog der Stadtgemeinde. Zu den wichtigen Vorhaben zählten der Ausbau des Stadtzentrums und der Bau des Seehotels Lacus Felix. Mit dem Bau des Hotels sollte im Jahr 2007 begonnen werden, nach der Liquidierung der Hotelgesellschaft wegen finanzieller Probleme wurde das Bauvorhaben jedoch 2014 aufgegeben.

Ab 2014 wurde der Gmundener Bahnhof umgebaut; die Arbeiten wurden 2015 abgeschlossen.

2022 wurde in Gmunden – erstmals in Österreich – flächendeckend Tempo 40 wirksam, auch wenn sich ein Autofahrer gegen seine Strafe wehrt (im Nov. 2023 gibt es noch keine Entscheidung). Daneben gibt es Begegnungszonen mit 20-km/h-Limit, Stellen mit Tempo 30 und auf Landesstraßen Tempo 50.
[...]
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Martin Lutar

"Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit."