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Letzter Beitrag: 03. Oktober 2024, 08:07:59
🕊 Hand in Hand für den Frieden & Ger... von Hamzah

🔷 Bayerische Urgeschichte > Altsteinzeit > Mittelpaläolithikum

Begonnen von Julian, Heute um 12:43:43

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Julian

🔷 Bayerische Urgeschichte > Altsteinzeit > Mittelpaläolithikum


📸 Faustkeil von Wörleschwang
📸 2: Faustkeil von Wörleschwang

Faustkeile mit formenkundlichen Merkmalen, die dem Acheuléen (300.000 – 130.000 vor heute) zugeschrieben wurden, gibt es zum Beispiel aus den Gemarkungen Ried (Faustkeil von Ried), Biburg (Lkr. Kelheim), Saal an der Donau, Schweiklberg und Wörleschwang (Lkr. Augsburg). Typische Merkmale von Faustkeilen wurden gemäß François Bordes aus Umrissform und Proportionen abgeleitet, die dieser in den 1950er Jahren zur Unterscheidung von Faustkeilen der letzten und vorletzten Kaltzeit postuliert hatte. So seien die Faustkeile von Pösing, Biburg und Saal aufgrund ihrer gestreckt herz- bis mandelförmigen Umrissform einem mittleren bis oberen Acheuléen zuzuordnen, obwohl der Faustkeil von Saal stratigraphisch eindeutig aus Niederterrassenschottern der Würm-Kaltzeit stammt.

Neueren Arbeiten zufolge lässt sich eine zeitliche Obergrenze von Faustkeilformen des Jung-Acheuléen erst in der Mitte der letzten Kaltzeit ziehen. Weil würmzeitliche Schotter weit häufiger aufgeschlossen sind als die der älteren Kaltzeiten, sind die meisten isoliert gefundenen Faustkeile daher wahrscheinlich in die frühe Würm-Kaltzeit (ca. 100.000–65.000 vor heute) zu datieren. Neben dem Faustkeil von Wörleschwang bildet der Faustkeil von Pösing (Lkr. Cham) hier eine weitere, jedoch ebenfalls nicht sicher belegte Ausnahme. Der Fund stammt aus Schottern des Regens in der Cham-Further Senke, die möglicherweise in die Riß-Kaltzeit (200.000 – 130.000 vor heute) zu datieren sind. Damit wäre es der älteste bekannt gewordene archäologische Fund der Oberpfalz. Das Original wird im Historischen Museum Regensburg ausgestellt, wo sein Alter mit 250.000 Jahren angegeben wird. Andere Altersangaben gehen von (stark gerundeten) 100.000 Jahren aus, da in der Eem-Warmzeit die letzte Verlagerung der umgebenden Schotter angenommen wird. Von Interesse sind außerdem Faustkeile aus der Höhlenruine Beixenstein unterhalb der Abschnittsbefestigung Hünenring bei Ried (Landkreis Eichstätt), die aus qualitätvollen Jurahornsteinen bestehen. Diese wurden an der Basis der Höhlenschichten gefunden, wobei der Archäologe Karl Heinz Rieder auch die Erhaltung vorwürmzeitlicher Sedimente in Betracht zieht.

Das Dilemma einer fehlenden Stratigraphie betrifft auch die etwa 100 oberflächig aufgelesenen Geröllgeräte aus Weißenbrunn (OT Hummendorf) und von der Wachtersmühle (beide Lkr. Kronach), die in der ur- und frühgeschichtlichen Sammlung der Universität Erlangen ausgestellt sind. Die Funde wurden aufgrund morphologischer Kriterien zunächst ins Altpaläolithikum, später ins Mittelpaläolithikum gestellt. Die als Artefakte klassifizierten Objekte (Chopper und Chopping Tools) aus Schottern der Rodach sind mehrheitlich aus flachen Lyditgeschieben hergestellt worden. Die Lage auf der 25-m- bzw. 40-m-Terrasse der Rodach spreche, obwohl es sich um Oberflächenfunde handelt, für eine Einstufung am ,,Ende des Riss-Würm-Interglazials"

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Julian Duschl


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