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🔷 Bayerische Urgeschichte > Altsteinzeit > Jungpaläolithikum > Gravettien

Begonnen von Julian, 28. Oktober 2026, 09:58:15

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Topic keywords [SEO] Bayerische UrgeschichteAltsteinzeitJungpaläolithikumGravettien

Julian

🔷 Bayerische Urgeschichte > Altsteinzeit > Jungpaläolithikum > Gravettien


📸 Venus von Mauern
📸 2: Venus von Mauern

Bei den 1948/49 in den Weinberghöhlen bei Mauern durchgeführten Grabungen wurden neben mittelpaläolithischen Funden in den oberen Schichten Funde des Gravettien geborgen, darunter am 24. August 1948 die Venus von Mauern, eine 7,2 Zentimeter große, mit Rötel eingefärbte Kalksteinfigur (Fundlage am äußeren Hang zwischen Höhle 2 und 3). Finder dieser so genannten Venusfigurine war der Grabungsteilnehmer Christoff von Vojkffy.

Ein weiterer der in Bayern seltenen Fundplätze des Gravettiens ist das Abri im Dorf (auch ,,Abri 1" oder ,,Abri Schmidt", nach dem Grundbesitzer K. Schmidt) am Talrand von Essing (Lkr. Kelheim). Hier wurde 1959 durch Olaf H. Pruefer (Cleveland Museum of Natural History, USA) und den Erlanger Prähistoriker Lothar Zotz die bisher einzige Grabung durchgeführt. Eine 2024 veröffentlichte Neubearbeitung des Fundkomplexes erbrachte erstmals Radiokarbondaten für die Fundschichten und datiert die Besiedlung auf etwa 27.000 cal BP. Das Steinartefaktinventar lässt sich dem Gravettien des Donauraums zuordnen. Die ältere Deutung eines Mammutelfenbeinobjekts als ,,Schaufel" und damit als charakteristisches Element des mährischen Pavlovien wurde dagegen relativiert, da sowohl die Funktionsbestimmung als auch entsprechende Parallelen unsicher sind.

Aus der Mittleren Klausenhöhle bei Essing stammt eine jungpaläolithische Bestattung eines erwachsenen Mannes. Sie wurde lange aufgrund zweier Radiokarbondatierungen von 18.200 ± 200 und 18.590 ± 260 ^14C-Jahren BP in die Zeit nach dem Letzten Glazialen Maximum gestellt. Eine Neubearbeitung zeigte jedoch, dass die untersuchten Knochen nach der Ausgrabung mit Konservierungslack behandelt worden waren und dadurch die älteren Messwerte erheblich verfälscht wurden. Nach Entfernung des Lacks ergaben drei neue AMS-Datierungen Werte von 29.600 ± 150, 29.930 ± 140 und 30.057 ± 140 ^14C-Jahren BP, entsprechend etwa 34.500 bis 33.500 cal BP. Die Bestattung gehört damit deutlich in die Zeit des Gravettiens. Die von den Ausgräbern als Grabbeigabe angesehene Blattspitze, aufgrund derer Ferdinand Birkner das Grab ursprünglich der Solutré-Stufe zuordnete, wird heute als spätmittelpaläolithisch und wahrscheinlich nicht zur Bestattung gehörig angesehen.

Ein nur teilweise untersuchter Gravettienfundplatz liegt bei Salching (Lkr. Straubing-Bogen), der vor allem durch den Fund einer so genannten Font-Rôbert-Spitze typologisch aussagefähig ist. In Spardorf bei Erlangen wurde in Löss-Ablagerungen ein Klingenkratzer gefunden, der ebenfalls dem Gravettien zugeschrieben wird.

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Julian Duschl


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