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Letzter Beitrag: 03. Oktober 2024, 08:07:59
🕊 Hand in Hand für den Frieden & Ger... von Hamzah

🔷 Bayerische Urgeschichte > Jungsteinzeit > Spät- und Endneolithikum

Begonnen von Julian, Heute um 11:30:11

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Topic keywords [SEO] Bayerische UrgeschichteJungsteinzeitSpät- und Endneolithikum

Julian

🔷 Bayerische Urgeschichte > Jungsteinzeit > Spät- und Endneolithikum



📸 Statuenmenhir von Gallmersgarten
📸 2:
Auf das Jungneolithikum folgt um 3400/3300 v. Chr. das Spätneolithikum mit der Chamer Kultur. Diese wird in Bayern traditionell schon dem Endneolithikum zugerechnet. Der Siedlungsschwerpunkt der Chamer Kultur liegt im bayerischen Donauraum, flussabwärts von Ingolstadt und umfasst erstmals auch die Randhöhen des Bayerischen Waldes. Die mittlere Oberpfalz bildet die Nordgrenze der Verbreitung der Chamer Kultur.

In Nordbayern sind im frühen 3. Jahrtausend v. Chr. hingegen deutliche Einflüsse der mitteldeutschen Bernburger Kultur zu verzeichnen. In Großeibstadt wurden drei Totenhäuser ausgegraben, in denen eindeutigen Grabbeigaben der Bernburger Kultur enthalten waren, zum Beispiel eine typische Bernburger Tontrommel. Den Einfluss von Elementen der westeuropäischen Megalithkultur zeigen auch die ,,Erlanger Zeichensteine". Es handelt sich dabei um mehrere Dutzend Sandsteinplatten mit eingeritzten Zeichen, die sekundär als urnenfelderzeitliche Grabeinfassungen verwendet wurden. Die Verzierungen der Steinplatten können aber eindeutig dem megalithischen Formenkreis des Spät- bzw. Endneolithikums zugewiesen werden, dazu gehören Sonnensymbole und stilisierte Wagendarstellungen. Ähnlichkeiten mit spätneolithischen Menhiren des Mittelelbe-Saale-Gebietes (heutiges Sachsen-Anhalt) weist auch der so genannte ,,Ebracher Götze" auf, wie die tief liegenden, kreisförmigen Augen und ein schweres im Relief herausgearbeitetes Halsband (vgl. Megalithik in Sachsen-Anhalt). Für den Statuenmenhir von Gallmersgarten werden ebenfalls Stilelemente des Endneolithikums geltend gemacht. Im Gegensatz dazu wird den so genannten Bamberger Götzen überwiegend nur ein vorromanisches Alter attestiert. Die Einstufung dieser 1858 in Gaustadt bei Bamberg im Schwemmsand der Regnitz gefundenen Skulpturen wird nach wie vor kontrovers diskutiert, da eine radiometrische Altersbestimmung am Gestein selbst nicht möglich ist.

Aus dem Endneolithikum stammen zahlreiche Fundplätze der Schnurkeramischen Kultur, überwiegend Gräberfelder. Der Siedlungsschwerpunkt der Schnurkeramik lag an der Donau. Die südbayerische Schnurkeramik umfasst etwa 120 gesicherte Grabensembles, darunter fünf Doppel-, zwei Dreifach- und zwei Vierfachbestattungen. Während der Schnurkeramik wurde auch die Fränkische Schweiz besiedelt, wie die Siedlung am Motzenstein bei Wattendorf (Lkr. Bamberg) zeigt.

Die Glockenbecherkultur ist die jüngste neolithische Kultur an der Schwelle zur Frühen Bronzezeit. Die Glockenbecherkultur ist in Franken mit etwa 30 Fundplätzen vertreten, in Südbayern (südlich der Donau) gibt es mehr als 130 Fundstellen. Ein Siedlungsschwerpunkt liegt im Donautal zwischen Regensburg und Künzing, ein anderer im Isartal und in der Münchner Schotterebene.

Neuere archäogenetische und isotopenarchäologische Untersuchungen erlauben insbesondere für das Lechtal genauere Aussagen zu Mobilität und Sozialstruktur am Übergang von der Glockenbecherkultur zur frühen Bronzezeit. An 84 Individuen aus sieben spätneolithischen und frühbronzezeitlichen Fundplätzen zeigte sich, dass ein großer Teil der bestatteten Frauen nicht aus der jeweiligen lokalen Region stammte, während Männer und Kinder überwiegend lokal aufgewachsen waren. Dieses Muster wird als Hinweis auf eine über mehrere Jahrhunderte bestehende Patrilokalität mit weiblicher Exogamie interpretiert. Genetische Verwandtschaftsbeziehungen über den Übergang von der Glockenbecherzeit zur Frühbronzezeit hinweg weisen zugleich auf eine Kontinuität sozialer Strukturen hin.

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Julian Duschl


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