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ZitatOhne China geht nix
Aus Sicht der EU ist sie ein Paradebeispiel dafür, wie es beim Bau von Infrastruktur nicht laufen soll: Die Peljesac-Brücke, die am Dienstag vergangener Woche eingeweiht worden ist. Dabei ist ihr immenser praktischer Nutzen vollkommen unbestritten. Sie löst das Problem, dass die kroatische Hafenstadt Dubrovnik, die im äußersten südöstlichen Zipfel des Landes liegt, seit den jugoslawischen Zerfallskriegen vom sonstigen kroatischen Festland durch einen wenige Kilometer breiten Landstreifen abgeschnitten ist. Der gehört zu Bosnien-Herzegowina, weshalb alle, die aus Dubrovnik etwa nach Split weiterfahren wollten, auf dem Weg dorthin erst aus der EU aus- und dann wieder in sie einreisen mussten – mit entsprechendem Zeitverlust an der Grenze. Seit vergangener Woche kann man nun einfach aus Dubrovnik Richtung Nordwesten auf die Halbinsel Peljesac fahren, von wo dann eine etwas mehr als zwei Kilometer lange Brücke wieder auf das kroatische Festland führt, und zwar auf der anderen Seite des bosnisch-herzegowinischen Landstreifens.
So weit, so gut. Nur: Die EU ist mit der Baufirma höchst unzufrieden. Die hat zwar gute Arbeit geleistet und die Brücke, die als eines der teuersten EU-Infrastrukturprojekte gilt, auch pünktlich fertiggestellt – in Zeiten von Hauptstadtflughäfen, von »Stuttgart 21« und zweiten Münchner Stammstrecken beileibe keine Selbstverständlichkeit. Nur: Das Unternehmen heißt China Road and Bridge Corporation (CRBC). Woher es kommt, sagt sein Name. Es hat also einmal mehr ein chinesischer Konzern ein bedeutendes Infrastrukturvorhaben in der EU realisiert: »Eine Brücke vom Systemrivalen«, titelte schon vor Jahren verstimmt Zeit online. Und, aus Brüsseler Sicht mindestens ebenso schlimm: Weil die EU 85 Prozent der Kosten in Höhe von rund 420 Millionen Euro übernommen hat, sind erkleckliche Sümmchen aus der EU an CRBC, also nach China, geflossen. Das soll nach dem Willen der Brüsseler Systemkrieger nicht sein. Sie dringen darauf, bei der Auftragsvergabe künftig besser aufzupassen.
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