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Zusammenfassung

Autor PhilippHuber
 - Heute um 11:14:36
🏞  Main - Burgkunstadt


Luftbild Burgkunstadts von 1938. Gut zu erkennen rechts oben die damals neu gebaute Volksschule und die Schulsiedlung.
Bild 2: Die historische Häuserzeile am Marktplatz von Burgkunstadt mit Schustermuseum; oben im Hintergrund das Rathaus (2009)


Burgkunstadt (fränkisch: Borkuscht) ist eine Stadt im Obermainland im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels in Bayern. Von 1888 bis 1990 war sie mit Pirmasens Zentrum der deutschen Schuhindustrie.

Der Stadtkern liegt etwa einen Kilometer nördlich des Mains, zwischen Lichtenfels und Kulmbach. Die Oberstadt liegt erhöht auf einer Felsnase aus Sandstein, die Unterstadt erstreckt sich vor allem entlang des mittlerweile größtenteils überbauten Mühlbachs. Es gibt auch einige Neubaugebiete. Den höchsten Punkt im Stadtgebiet stellt mit 517,2 m ü. NHN der Spitzberg bei Gärtenroth dar.

Wann das Gebiet der heutigen Stadt Burgkunstadt erstmals besiedelt wurde, ist unklar. Die ersten schriftlichen Angaben zur Besiedelung der Gegend stammen von 741 n. Chr., wobei eine frühere Besiedlung nicht ausgeschlossen ist. Keramikfunde in der Oberstadt legen eine slawisch-geprägte Siedlung im 8. Jahrhundert als erste größere Siedlung nahe. Zentral an Handelsstraßen und dem schiffbaren Main gelegen, kam Burgkunstadt schon bald eine große Bedeutung als Handelsstadt zugute.

Zwischen 827 und 851 n. Chr. wurde in der Urkunde einer Schenkung der Gräfin Blitrud an das Kloster Fulda erstmals eine ,,villa kunestadt" erwähnt, was auf einen Statthalter/Stadtherrscher namens Kunibert deutet. Es ist jedoch unklar, ob es sich dabei um Burgkunstadt oder Altenkunstadt handelte.

Bereits ab 830 n. Chr. gab es in Burgkunstadt eine weitläufige, rund 5000 m² große Burganlage von großer militärischer Bedeutung mit einem weitläufigen Herrschaftsbezirk. Zu dieser Zeit gab es auch schon eine kleine Siedlung am Fuße des Berges. Während der Karolingerzeit gab es mit der Bamberger Burg nur eine einzige vergleichbare Festung in ganz Oberfranken.

Die erste urkundlich gesicherte Erwähnung Burgkunstadts stammt vom 13. April 1059. Es wird ein Aepelin de Counstat genannt, der vermutlich mit dem Burggraf Adalbert von Constat identisch ist.

Um 1160 war die Burganlage eine staufische Reichsburg, die vor allem von Friedrich Barbarossa als Sammelplatz und Rekrutierungsstelle für seine Italienfeldzüge genutzt wurde. 1160 wurde das castrum cunstat jedoch dem Bamberger Bischof Eberhard II. übergeben, der es hauptsächlich zur Sicherung der Handelswege nutzte. Um diese Zeit hatte Burgkunstadt bereits einige nicht näher bekannte Privilegien.

Die erste urkundliche Bestätigung der Stadterhebung Burgkunstadts befindet sich in der ältesten Bamberger Hochstiftsurbar von 1323 oder 1327. Einige spätere Quellen deuten darauf hin, dass die Stadt bereits rund 100 Jahre vorher hochstiftische Munizipalstadt mit bestimmten Stadtrechten war.

Fürstbischof Friedrich von Bamberg verlieh der Stadt mit Zustimmung des Dompropstes und des Domkapitels am 27. April 1426 sämtliche Güter, Zenten und Lehen in der Stadtmarkung, die bis dahin Mannlehen waren, als Stadtrecht. Dies hatte zur Folge, dass der städtische Grund und Boden freies Eigen und kein Lehen mehr war, für das Steuern bezahlt werden mussten. Im Gegenzug forderte der Fürstbischof 1441, dass ihm die Stadt als Festung dienen sollte.

Die gut zwei Jahrhunderte zwischen 1430 und 1649 stellen für Burgkunstadt sehr kriegsgezeichnete Jahre dar. Die Hussiten brandschatzten 1430 die Burgkunstadter Unterstadt. 30 Jahre später, in einem Kleinkrieg zwischen dem hohenzollerschen Markgrafen Albrecht Achilles von Ansbach-Bayreuth und dem Bamberger Fürstbischof Georg I. wurde die Oberstadt im Juni 1460 verwüstet.

1517 übernahmen die Burgkunstadter die Lehre Martin Luthers und blieben evangelisch bis zum Ende des Jahrhunderts. Trotz der Gegenreformation im Jahr 1598 blieb bis zum Jahre 1624 ein konfessionelles Durcheinander, da die Bamberger Bischöfe die Rückkehr zum katholischen Glauben forderten, die Burgkunstadter Markgrafen hingegen die Beibehaltung der protestantischen Konfession ihrer Untertanen.

Im Bauernkrieg von 1525 unterstützten die Burgkunstadter Bürger die Bauern und plünderten und zerstörten im Zuge des Krieges mehrere Klöster und Schlösser. In Burgkunstadt wurden die Altenburg und das Alte Schloss zerstört, wovon die Sage von der Goldenen Wiege handelt. Da sich Burgkunstadt im Juni 1525 nicht ergeben wollte, befahl das Hochstift, die Stadt zu plündern und die Aufständischen zu töten, woraufhin die Stadt doch kapitulierte. Als Strafe wurden einige Hinrichtungen vollzogen und Geldstrafen auferlegt.

Im Zweiten Markgrafenkrieg wurde die Stadt im Oktober 1553 von Albrecht Alcibiades angegriffen und besetzt. Als er die Stadt verließ, steckte er die Oberstadt in Brand, so dass nahezu alle Häuser abbrannten.

Die Pest brach in Burgkunstadt 1312, 1348, 1448, 1473 und 1626 wieder aus. In diesem Jahr starben 195 Burgkunstadter an der Krankheit, was etwa ein Drittel der damaligen Bevölkerung ausmachte. Die Toten wurden in zwei Massengräbern beim Friedhof beigesetzt.

Im Dreißigjährigen Krieg übergaben die Burgkunstadter Ratsherren im März 1632 die Stadt an die markgräflichen Truppen. Nur wenige Tage bzw. Wochen später verließ die markgräfliche Armee jedoch wieder die Stadt.

Ab 1632 fanden mehrere, teils verheerende Angriffe und Überfälle der Schweden auf Burgkunstadt statt. Aus dieser Zeit sind zwei Sühnesteine erhalten, von denen der eine aus dem Dreißigjährigen Krieg stammen könnte. Nachdem die Schweden Burgkunstadt ein Jahr und fünf Monate besetzt hatten, zogen sie völlig unerwartet ab. Nach unzähligen Verwüstungen und dem daraus resultierenden immensen Sach- und Finanzschaden endete 1635 das schwedische Kriegswesen in und um Burgkunstadt.

Mit dem Westfälischen Frieden war der Dreißigjährige Krieg 1648 zu Ende. Zum Kriegsende wurde eine Inventur der noch vorhandenen Arbeitstiere durchgeführt. Diese fiel zwar eher positiv bei den meisten Haushalten aus, die allgemeine Lebenssituation der Menschen in Burgkunstadt war jedoch meist verheerend. So mangelte es vor allem an Wohnungen und Essen. Viele Bürger waren zudem während der Pestepidemien in der Stadt gestorben.

Die Bierkriege begannen 1666. Es handelte sich dabei um unzählige, meist bewaffnete Fehden bis etwa 1880, mit denen die Burgkunstadter das ihnen verliehene Braurecht in ihrem Amtsbezirk durchsetzen wollten. 1668 wurde in einem Abkommen genau festgelegt, welche Ortschaften Burgkunstadt mit Bier beliefern durfte. Zum blutigen Höhepunkt der Bierkriege kam es im Juli 1783, als die Neuseser ihr Kirchweihbier nicht aus Burgkunstadt bezogen hatten.

Im Jahr 1689 beauftragte Bürgermeister Moritzen Stahl Hans Gebelin und den zur damaligen Zeit bedeutendsten Meister fränkischen Fachwerkbaus, den Zimmermann Jörg Hofmann aus Zeil am Main, den ehemaligen Bergfried der Burg in ein Rathaus umzubauen. Begonnen im Oktober 1689, konnte der Um- und Ausbau nach nur sieben Monaten fertiggestellt werden.

Während des Siebenjährigen Krieges fielen zweimal preußische Freikorps in die Stadt ein und quartierten sich einmal auch dort ein. Die Zerstörung und Plünderung der Stadt konnte jedoch verhindert werden.

Im Zuge der Säkularisation wurde der Fürstbischof Christoph Franz von Buseck zum Rücktritt gezwungen und das Hochstift Bamberg 1802/1803 eine bayerische Provinz. Damit endete die Zugehörigkeit Burgkunstadts zu Bamberg.

Im Frühjahr 1812 wurde die Ruine der eingestürzten katholischen Kirche abgetragen. Nach 26 Jahren Bauzeit wurde die neue katholische Kirche auch unter Mitarbeit namhafter Künstler fertiggestellt.

Mit dem Bau der Eisenbahnlinie Burgkunstadt – Kulmbach und deren Eröffnung am 15. Februar 1846 wurde ein wichtiger Schritt zur Industrialisierung getan. Die Meinungen der Bevölkerung zur Bahnlinie fielen jedoch sehr unterschiedlich aus. Eingeleitet wurde die Industrialisierung in Burgkunstadt mit dem Einbau einer Fünf-PS-Dampfkesselanlage in der Essig- und Senffabrik Eduard Lindners im Jahr 1862. Zu der damaligen Zeit war der Schritt Lindners höchst gewagt und dem Zeitgeist eigentlich voraus.

Die erste Telegraph-Morseleitung von Burgkunstadt nach Weismain wurde 1877 gebaut.

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