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Zusammenfassung

Autor Ferdinand
 - 20. Februar 2026, 10:38:53
🏞  Wien - Die Wien


Um 1790: Der Flusslauf im Wienerwald bis ,,Hiedeldorf": der Ursprung der Kalten Wien wird bezeichnet: ,,Felinggraben/Ursprung der/Wien" (links unten Mitte, heute zur Gemeinde Wolfsgraben), (Josephinische Landesaufnahme)


Die Wien (oder der Wienfluss) entspringt im westlichen Wienerwald bei Rekawinkel. Sie mündet an der Grenze zwischen 1., 2. und 3. Wiener Gemeindebezirk bei der Urania in den Donaukanal. Sie hat eine Länge von 34 Kilometern und ein Einzugsgebiet von 221 Quadratkilometern. Obwohl der Fluss auch durch Stadtgebiet fließt, hat er alpinen Charakter und gilt als Wildwasser.

Das 221 Quadratkilometer große Einzugsgebiet des Wienflusses liegt im Sandsteingebiet des Wienerwaldes. Der Sandsteinboden kann Niederschläge und Schmelzwasser nur teilweise aufnehmen. Weiters ist das Gefälle des Wienflusses zu Beginn recht hoch. Dadurch kann bei starken Regenfällen die Wassermenge des Wienflusses innerhalb kurzer Zeit stark anschwellen.

Am 6. Juli 2009 stieg der Pegel des Wienflusses am Messort Kennedybrücke innerhalb von zehn Minuten um über einen Meter an. Bei Hochwasser führt der Wienfluss bis zu 450.000 Liter Wasser pro Sekunde, normalerweise jedoch nur 200, ein Verhältnis von über 2000:1.

Die Wien verläuft zirka zur Hälfte im Bundesland Niederösterreich und zur anderen Hälfte in Wien.

Sie hat zwei Quellflüsse: die Dürre Wien und die Kalte Wien. Die Dürre Wien entspringt in 520 Meter Höhe am Kaiserbrunnberg bei Rekawinkel, wo sich auch eine Fassung in Brunnenform befindet. Die Kalte Wien (auch Große Wien) entspringt unterhalb des Hengstlberges in der Gemeinde Wolfsgraben. Ab der Vereinigung der Dürren mit der Kalten Wien im Zentrum von Pressbaum (♁⊙) heißt der Fluss nur noch Wien.

Die Zuflüsse der Dürren Wien sind Sanatoriumsgraben mit Pelzergraben, Haitzawinkelgraben, der wichtigste Nebenfluss der Kalten Wien ist der Pfalzauer Bach.

Am Zusammenfluss mit dem Wolfsgrabenbach wird der Wienfluss im Wienerwaldsee für das Wientalwasserwerk aufgestaut. Dieser See war ursprünglich zur Trinkwasserversorgung von Wien und Purkersdorf errichtet worden und dafür auch lange in Verwendung. Heute wird er als Rückhaltebecken genutzt. Nach Pressbaum fließt der Wienfluss kurz durch das Ortsgebiet von Tullnerbach und weiter durch das Stadtgebiet von Purkersdorf. Zuflüsse bis Wien sind: Saubach, Weidlingbach, Brentenmaisbach (Pressbaum), Norbertinumsbach (Tullnerbach), Wolfsgrabenbach, Tullnerbach, Dambach, Großer Steinbach, Kleiner Steinbach, Deutschwaldbach und Gablitzbach (Purkersdorf).

Das Stadtgebiet von Wien erreicht die Wien am Mühlberg (14. Bezirk, Penzing). Zuflüsse in Wien sind: Wurzbach, Mauerbach, Halterbach, Hirschenbach, Rotwassergraben und Grünauer Bach. Marienbach, Lainzerbach, Rosenbach und Ameisbach sind heute nicht mehr bis zur Mündung zu sehen, sondern fließen bald in die städtische Kanalisation.

Ab dem Umspannwerk Auhof bildet die Wien in der Folge die Grenze zwischen den orografisch linksufrigen Bezirken 14, 15, 6 und 1 (Penzing, Rudolfsheim-Fünfhaus, Mariahilf und Innere Stadt) und den rechtsufrigen Bezirken 13, 12, 5, 4 und 3 (Hietzing, Meidling, Margareten, Wieden und Landstraße).

Im Verlauf in Wien wurde der Wienfluss in ein künstliches Betonbett gelegt, um die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts häufigen verheerenden Überschwemmungen zu verhindern (daran erinnert der Name der Vorstadt Gumpendorf im heutigen 6. Wiener Gemeindebezirk). Teilweise ist er in Wien auch komplett eingewölbt. Im Bereich des Wiener Stadtparks wurde sein Lauf als landschaftgestalterisches Element genutzt.

Der Wienfluss hatte einen Vorgänger im geologischen Zeitalter des späten Miozäns, des Torton. Als ,,Paläo-Wien" ist ein Wasserlauf in ähnlicher Lage wie der heutige Wienfluss publiziert, der an seiner Mündung im Gebiet des (heute) südwestlichen Wien Sedimente aus der Flyschzone in den damals vorhandenen Pannonischen See einbrachte. Das ergab sich aus einer 80 Meter tiefen Bohrung am Gelände der Geologischen Bundesanstalt im dritten Wiener Gemeindebezirk.

Der Name könnte sich vom keltischen *Vēdunia/*Vēdinia ,,Wald-Wildnis" ableiten und möglicherweise zunächst nur den Wienerwald bezeichnet haben. Etwa ab dem Jahre 1100 siedelten sich viele kleine Mühlenbetriebe an den Ufern des Wienflusses an. Als Träger und Organisatoren traten die Grafen von Formbach auf. An die Mühlenbetriebe angeschlossen waren oft auch Weingärten und Wirtshäuser. Um die Mühlen siedelten sich Holz verarbeitende Betriebe an, da die hölzernen Bauteile der Mühlen häufig erneuert werden mussten.
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