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Zusammenfassung

Autor Emil
 - 02. Mai 2026, 11:37:05
🏞  March - Hohenau an der March (Cahnov, Cáhnov)
🏞  Morava - Cahnov (Hohenau an der March, Cáhnov)


📸 Hohenau an der March, Blick vom Westen
📸 Glockenturm Hohenau an der March

Hohenau an der March (slowakisch Cahnov, tschechisch Cáhnov) ist eine Marktgemeinde mit 2746 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich am Dreiländereck zu Tschechien und zur Slowakei.

Hohenau an der March liegt am gleichnamigen Fluss im Weinviertel in Niederösterreich. Das Dreiländereck Österreichs mit Tschechien und der Slowakei liegt in der Mündung der Thaya (tschechisch: Dyje) in die March (Morava), etwa drei Kilometer nordöstlich des Ortszentrums.

Die erste Besiedlung erfolgte vom Neolithikum bis in die römische Kaiserzeit. Die erste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Hohenau an der March ist auf 1148 datiert, die Ortsgründung erfolgte aber bereits zwischen den Jahren 1043 und 1050. Im Jahr 1359 wurde Hohenau erstmals urkundlich als Markt erwähnt. Johann I. von Liechtenstein erwarb erstmals 1394 Güter in Hohenau, ab 1458 war die gesamte Herrschaft in Liechtensteinschem Besitz.

Mitte des 19. Jahrhunderts erforschte der tschechische Historiker Alois Vojtěch Šembera die slawische Besiedlung des westlichen March- und Zayaufers. Er kam zum Schluss, dass die Bevölkerung ab Waltersdorf, mit der Ausnahme von Drösing, bis zur heutigen Staatsgrenze zur überwiegenden Mehrheit (Hohenau und Rabensburg über 90 %) aus Slowaken bestand. Die Volkszählungen ab Ende des 19. Jahrhunderts weisen zwischen den Jahrzehnten zum Teil absurd hohe Schwankungen bei der Feststellung der Umgangssprache aus, was auf eine weit verbreitete Zweisprachigkeit der in dem Gebiet lebenden Deutschen, Tschechen, Slowaken und Kroaten hindeutet. Der Assimilationsdruck verstärkte sich mit dem Aufkommen des Nationalitätenkonflikts zwischen Deutschen und Tschechen nach 1880. Bis in die Zwischenkriegszeit wurden Gottesdienste in slowakischer Sprache abgehalten und bei der älteren Generation konnte sich das Slowakische bis in die jüngste Zeit erhalten.

Hohenau war ab dem 19. Jahrhundert eine aktive jüdische Gemeinde, vor allem durch die Migrationsbewegungen mährischer Juden Richtung Wien. Nach dem ,,Anschluss Österreichs" wurde das jüdische Leben der Gemeinde ausgelöscht: Der 1899 erbaute jüdische Tempel wurde 1939 abgetragen und der 1879 errichtete jüdische Friedhof des Ortes wurde 1938 stillgelegt.

Zwischen August 1944 und März 1945 wurden von der Deutschen Ansiedlungsgesellschaft (DAG) mehrere ungarische Juden, darunter auch Frauen und Kinder, als Zwangsarbeiter im landwirtschaftlichen Bereich eingesetzt.
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