Vom Kassenwart zum Wohltäter: Als einziger EU-Finanzminister will Christian Lindner der Ukraine Geld nicht leihen, sondern schenken
Ein Finanzminister muss das Geld zusammenhalten – schliesslich gehört es nicht ihm, sondern den Bürgern.
Christian Lindner hat mit diesem Versprechen Wahlkampf gemacht. Mit diesem Versprechen trat er sein Amt an – jenes des Finanzministers.
Doch seitdem wirft er das Geld hinaus, als gäbe es kein Morgen. Freuen können sich auch die Ukrainer.
Acht Milliarden Euro hat die EU Kiew als Hilfe zugesichert – als günstigen Kredit. Sehr günstig. Brüssel zahlt auch die Zinsen.
Nicht günstig genug für Lindner: Er möchte der Ukraine das Geld als «Zuschuss» gewähren. Sprich: schenken.
Ansonsten würde die Schuldenlast des Landes ins Unermessliche steigen.
Da hat er sicher recht. Vielleicht ist er der einzige Realist, der weiss: Egal, wie man das Geld nennt, das man der Ukraine gibt, es verschwindet in einem Fass ohne Boden.
Was er vergisst: Es ist nicht sein Geld, das er vergeudet, sondern das der Bürger. Jene Bürger, die mit der einen oder anderen Steuersenkung besser über den kommenden Winter kämen.
Aber das hiesse ja, im Sinne seines Amtseids zu handeln. Er wurde in Deutschland gewählt, oder?
Quelle: Die Weltwoche (https://weltwoche.ch)