🏞 Altmühl - Kipfenberg
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Kipfenberg
Bild 2: Kipfenberg Burgl
Kipfenberg (https://de.wikipedia.org/wiki/Kipfenberg) ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Eichstätt.
Die Gemeinde gehört zum Naturraum Altmühlalb. Der geographische Mittelpunkt Bayerns liegt etwa 500 m östlich der Ortschaft Kipfenberg ♁⊙. Vor 2000 Jahren führte der römische Grenzwall Limes, mittlerweile Weltkulturerbe, durch den Ortskern.
Im Bereich des Ortes wurde ein Hockergrab aus der Zeit von 1800 bis 1200 v. Chr. gefunden. Der römische Grenzwall Limes überquerte dort das Altmühltal. Im Gemeindeteil Böhming befand sich ein römisches, 232/33 durch die Alamannen zerstörtes und 1898 entdecktes und ausgegrabenes Numeruskastell.
Auf dem Plateau des Michelsberges wurde um 330 eine germanische Gauburg gegründet (Burgstall Michaelsberg). Später stand dort die heute nur noch in den Fundamenten vorhandene Michaelskirche. An ihr wurde 1756 eine Einsiedlerklause errichtet, die, inzwischen verwaist, 1819 abgebrochen wurde.
Aus der Zeit um 420 stammt das Einzelgrab eines etwa 30-jährigen Anführers der Gruppe Friedenhain-Prestovice (mutmaßliche baiovarii) mit germanischen und römischen Grabbeigaben, das sogenannte Kriegergrab von Kemathen, das 1990 bei Straßenbauarbeiten im Gemeindeteil Kemathen entdeckt wurde.
Beim ehemaligen Kipfenberger Bahnhof wurde ab 1901 ein Reihengräberfeld mit mehr als 104 Bestattungen aus dem 4. bis 7. Jahrhundert ausgegraben.
Zwischen 1183 und 1188 wurde in Böhming vom Eichstätter Bischof Otto eine Kirche geweiht (die heutige Kirche von Böhming ist ein Neubau aus der Mitte des 15. Jahrhunderts); 1186 bestätigte Papst Urban III. den Besitz des Eichstätter Domkapitels in ,,Bemingen". Um 1198 erschienen in Urkunden Ortsadelige von ,,Pemmingen".
Kipfenberg wurde 1266 erstmals urkundlich erwähnt; ein Ortsadeliger namens Rudegus de Kipphenberg fungierte als Zeuge bei einer Gerichtsangelegenheit. Die Burg und der Ort wurden 1301 an das Hochstift Eichstätt veräußert. Im Jahre 1352 wurde Kipfenberg Markt; gleichzeitig wurde der Ort, bisher Filiale von Gelbelsee, eigenständige Pfarrei. Die Pfarrkirche war noch in der Mitte des 15. Jahrhunderts die heutige Kapelle St. Georg; der 1859 aufgelassene Friedhof wurde 1616 von der Försterstraße dorthin und damit vor die Mauern des Ortes verlegt. Für 1541 ist erstmals eine Schule in Kipfenberg nachgewiesen, die der Ortspfarrer Leonhard Kraus als Lateinschule betrieb. Ab 1500 lag Kipfenberg im Fränkischen Reichskreis. 1627 wurde die heutige, in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtete Pfarrkirche, nach dreijährigem Umbau neu eingeweiht. Von 1632 bis 1634 wütete die Pest im Ort, den 1634 die Schweden verwüsteten.
Von 1803 bis 1805 gehörte Kipfenberg dem infolge der Säkularisation neu gebildeten Fürstentum Salzburg-Toskana an. Nach dessen Aufhebung fiel der Ort 1806 an das Königreich Bayern. 1808 wurde das Landgericht Kipfenberg zum Altmühlkreis, 1827 zum Regenkreis. Seit 1837 war Kipfenberg mittelfränkisch. 1869 wurde ein Krankenhaus errichtet (heute eine neurologische Fachklinik). 1898 wurde die Lokalbahn Eichstätt–Kinding als Schmalspurbahn dem Verkehr übergeben; später auf Normalspur umgestellt. Sie wurde in den 1970er Jahren aufgegeben.
Bei der Volkszählung 1861 hatte der Ort 777 Einwohner (davon zehn Protestanten) und 155 Gebäude.
Ende 2025 geriet die Gemeinde in die Schlagzeilen als unsachgemäß gelagerte Festplatten in einem Heizungskeller auftauchten und ein Abfluss personenbezogener Daten der Bürger der Gemeinde nicht ausgeschlossen werden konnte.
Die mittelalterliche
Burg Kipfenberg (https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Kipfenberg) befindet sich in Privatbesitz und ist nicht zu besichtigen. In einem Wirtschaftsgebäude der Burg ist das Römer und Bajuwaren Museum Burg Kipfenberg mit dem integrierten Limes-InfoPoint untergebracht.
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