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Title: 🏞  Traun - Ebensee am Traunsee
Beitrag von: Martin am 21. Januar 2026, 09:46:25
🏞  Traun - Ebensee am Traunsee
🏞  Traun - Ebensä am Traunsä

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Blick vom Großen Sonnstein auf das Gemeindegebiet
Bild 2: Blick auf Ebensee und den Traunsee

Foto's 📸:
Wikimedia (https://de.wikipedia.org/) | Creative-Commons (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de)

Ebensee am Traunsee (https://de.wikipedia.org/wiki/Ebensee_am_Traunsee) (boarisch Ebensä am Traunsä (https://bar.wikipedia.org/wiki/Emsee_am_Traunsee) ist eine österreichische Marktgemeinde im Bezirk Gmunden im Traunviertel bzw. Salzkammergut in Oberösterreich mit 7452 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025).

Ebensee liegt auf 443 m Höhe im Traunviertel am Südufer des Traunsees. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 15,2 km, von West nach Ost 22,1 km. Die Gesamtfläche beträgt 194,5 km². 63,7 % der Fläche sind bewaldet. Neben dem Traunsee liegen im Gemeindegebiet noch der Vordere und Hintere Langbathsee sowie der Offensee. Im Westen befindet sich das Höllengebirge mit dem Hausberg Feuerkogel. Im Osten beginnen die Oberösterreichischen Voralpen. An der Südgrenze beginnt das Tote Gebirge. Dort befindet sich der Schönberg 2093 m ü. A., die höchste Erhebung des Gemeindegebiets.

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Baiern liegend, gehörte die Gegend seit 1180 zum Herzogtum Steiermark, das 1192 die österreichischen Babenberger erbten. Der Ort Ebensee wurde erstmals 1447 erwähnt.

Da wegen akuten Holzmangels in der Umgebung von Hallstatt das dortige Sudhaus nicht weiter ausgebaut werden konnte, befahl Kaiser Rudolf II. 1596 von Prag aus die Errichtung eines neuen Pfannhauses (Saline) in Ebensee, die Saline Ebensee, welche ab 1604 realisiert wurde. Am 8. Februar 1607 konnte das erste Salz gesotten werden. Die notwendigen Arbeitskräfte für das Sudhaus rekrutierte man hauptsächlich in Hallstatt, die Holzknechte in Aussee. Die Zuleitung der Sole erfolgte über eine fast 40 km lange Soleleitung vom Hallstätter Salzberg, die unter der technischen Leitung des Ischler Waldmeisters Hans Kalß errichtet wurde – diese ist noch immer in Betrieb, und die Soleleitungsbrücke Gosauzwang gehört zum UNESCO-Welterbe Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut.

Im Jahr 1625 hatte Ebensee schon 1.000 Einwohner. Der Bau einer eigenen katholischen Kirche begann 1729. Die Kirche unterstand dem Kloster Traunkirchen. Ebensee wurde 1771 erst Vikariat und 1786 selbständige Pfarre. Als man 1733 den Salinenarbeitern den freien Faschingsdienstag nehmen wollte, kam es zur ,,Faschingdienstagrevolte".

Die Saline, zahlreiche Häuser und der Kirchturm wurden 1835 bei einem Großbrand zerstört. Bei der Märzrevolution 1848 wurde in Ebensee eine Nationalgarde aufgestellt. Ein erster Telegraf wurde 1866 in Ebensee errichtet. Der Anschluss von Ebensee an das österreichische Eisenbahnnetz erfolgte 1877 durch die Salzkammergutbahn, eine Nebenbahn der Rudolfsbahn. Die Bahnstrecke führt von Attnang-Puchheim in Oberösterreich nach Stainach-Irdning in der Steiermark. Dadurch sollte der einsetzende Fremdenverkehr gefördert werden und der gewaltige Brennstoffbedarf der Salinen, der durch die immer knapper werdenden Waldbestände nicht mehr gedeckt werden konnte, durch die Versorgung mit Kohle abgedeckt werden. Die Brüder Alfred und Ernest Solvay errichteten 1883 eine Ammoniak-Soda-Fabrik, die Solvay-Werke in Ebensee. Im Jahr 1887 wurde die Freiwillige Feuerwehr Ebensee gegründet.

Die Einführung elektrischen Stroms erfolgte 1907 nach dem Bau eines Elektrizitätswerkes am Offenseebach. Während des Ersten Weltkriegs fielen 218 Einwohner, 6 weitere wurden vermisst. Zudem war der Ort 1917 von einer großen Hungersnot betroffen.

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Im Jahr 1927 wurde eine von Adolf Bleichert & Co. gebaute Seilschwebebahn auf den Feuerkogel eröffnet, die Feuerkogelseilbahn. Ebensee wurde 1929 zur Marktgemeinde erhoben. Während des österreichischen Bürgerkriegs nahmen im Februar 1934 ein Großteil der Ebenseer Arbeiter am Generalstreik teil. Das Bundesheer marschierte ein und schlug den Aufstand nieder.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte Ebensee zum Gau Oberdonau.

Im November 1943 wurde das KZ Ebensee als Nebenlager des KZ Mauthausen errichtet – mit dem Tarnnamen Projekt Zement, es diente der Verlegung der Raketenversuchsanstalt Peenemünde in eine bombengeschützte Umgebung. Von November 1943 bis Mai 1945 starben im KZ Ebensee 8.745 Häftlinge. Ende April 1945 gab es 18.437 Häftlinge in Ebensee. Die Befreiung des Lagers erfolgte am 6. Mai 1945 durch US-amerikanische Truppen. Im Zweiten Weltkrieg fielen 289 Ebenseer und weitere 90 wurden vermisst.

Auf dem Gelände des Konzentrationslagers wurde nach 1945 ein DP-Lager für jüdische ,,Displaced Persons" eingerichtet. Aufgrund von Spannungen wurden die meisten jüdischen DPs nach Bad Gastein verlegt.

Durch die Traunverbauung wurde von 1951 bis 1957 ein Hochwasserschutz aufgebaut. Die evangelische Kirche wurde 1953 eingeweiht. Eine neue Spannbetonbrücke über die Traun wurde 1954 errichtet. Im Jahr 1957 fand die 350-Jahr-Feier des Ortes statt. Am 23. September 1963 verübten italienische neofaschistische Terroristen Sprengstoffanschläge auf Saline, Feuerkogelseilbahn und Löwendenkmal. Dabei wurde ein Gendarm getötet und vier weitere Personen verletzt.

Das neue Rathaus mit Nebeneinrichtungen wurde 1973 eröffnet. Die Saline wurde 1979 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Im gleichen Jahr wurde eine neue Groß-Saline in Ebensee/Steinkogl erschlossen und das Heimatmuseum im alten Salinenverwesamt eröffnet. Eine neue Feuerkogel-Seilbahn ging 1986 in Betrieb. Im Jahr 1988 erhielt Ebensee den Titel Jugendfreundlichste Gemeinde Oberösterreichs.

Das KV Kino Ebensee wurde 1992 mit dem oberösterreichischen Landeskulturpreis ausgezeichnet und die Kunsttagesreise Prä-Post-Brunft (Christoph Herndler, Reinhard Kannonier, Georg Nussbaumer, Walter Pilar & Norbert Schweizer) mit dem oberösterreichischen Förderungspreis für alternative Kulturarbeit.

1995 fand eine große internationale 50-Jahr-Feier der Befreiung des KZ Ebensee statt. 1996 wurde der KZ-Gedenkstollen eröffnet. Der ehemalige Inhaftierte im KZ Ebensee, Roberto Castellani aus Prato, Italien wurde 1997 Ehrenbürger der Marktgemeinde Ebensee.

Das Zeitgeschichte Museum Ebensee öffnete 2001. Im Jahr 2002 wurde Ebensee ,,Fahrradfreundliche Gemeinde" sowie ,,Klimabündnisgemeinde". Von 2004 bis 2005 erhielt Ebensee einen neuen Hochwasserschutz. Ebensee wurde 2005 Österreichs erste ,,attac-Gemeinde". Am 30. September 2005 schloss Solvay die Soda-Produktion. Im Jahr 2007 wurde die 400-Jahr-Feier der Gemeinde veranstaltet. Ebensee beteiligte sich 2008 an der dezentralen oberösterreichischen Landesausstellung ,,Salzkammergut" mit dem Projekt ,,Heimat – Himmel & Hölle – Migration im Salzkammergut".

Am 5. Juli 2017 wurde vom Gemeinderat die Umbenennung von Ebensee in Ebensee am Traunsee beschlossen. Am 31. Oktober 2017 wurde die Umbenennung vom Land Oberösterreich genehmigt. Am 26. April 2025 wurde auf Initiative des Zeitgeschichtemuseums Ebensee vor dem Rathaus Ebensee ein Mahnmal zur Erinnerung an Opfer des NS-Regimes der Öffentlichkeit übergeben. Auf mehreren Marmorblöcke wurden die Namen von 25 Ebenseer Bürgern eingraviert, die während der NS-Zeit ermordet wurden.
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