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Title: 🏞  Traun - Traunkirchen
Beitrag von: Martin am 23. Januar 2026, 13:24:29
🏞  Traun - Traunkirchen
🏞  Traun - Traunkircha

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Blick vom Kleinen Sonnstein auf Traunkirchen
Bild 2: Die sogenannte ,,Russenvilla" im Zentrum von Traunkirchen von Südosten

Foto's 📸:
Wikimedia (https://de.wikipedia.org/) | Creative-Commons (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de)

Traunkirchen [boarisch Traunkircha (https://bar.wikipedia.org/wiki/Traunkircha)] ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Gmunden im Traunviertel am Traunsee mit 1717 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025).

Traunkirchen liegt auf 422 m ü. A. am Westufer des Traunsees. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 7,8 km, von West nach Ost 4,8 km. Die Gesamtfläche beträgt 18,3 km², 43,2 % der Fläche sind bewaldet, 24,0 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Traunkirchen ist alter Siedlungsboden. Von Funden weiß man, dass hier schon in der jüngeren Steinzeit, ebenso in der Bronze- und Hallstattzeit Menschen gelebt haben. Eine Testgrabung auf dem Johannesberg im Jahre 1979 ergab sichere Hinweise, dass sich dort vor 3500 Jahren eine heidnische Kultstätte befand.

Die Johannesbergkapelle trägt die Inschrift ,,Einst der Schlupfwinkel heidnischer Seeräuber, jetzt (dem) heiligen Johannes dem Täufer geweiht". Dies und das Bild der Gründung des Klosters Traunkirchen im heutigen Pfarrhof, das im Hintergrund eine Schlacht und den Umsturz von Götzenstatuen zeigt, deuten auf konfliktgeladene vergangene Zeiten. Die Kirchenherren dürften es hier, wahrscheinlich auch im Zusammenhang mit dem salzreichen aber von Traunstein und Sonnstein abgeschiedenen oberen Trauntal, nicht leicht gehabt haben.

Wie man in einer Urkunde aus dem Jahr 909 n. Chr. lesen kann, ging durch König Ludwig die Abtei ,,Trunseo" in den Besitz des Salzburger Erzbischofs Pilgrim I. und eines Grafen Aribo über, der 904 Besitzungen in der Steiermark erworben hatte. Um 1020 wurde das Kloster Traunkirchen gegründet, das als Nachfolger dieser Abtei gilt.

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern gelegen, gehörte der Ort Traunkirchen seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört er zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 war Traunkirchen Teil des Gaues Oberdonau. Zwischen Juni 1940 und September 1942 existierte im Ort unter der Bezeichnung ,,Traunsee" ein Arbeitslager für Juden mit etwa 250 Inhaftierten, die vor allem beim Straßenbau eingesetzt wurden. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs, zuerst als amerikanische Besatzungszone, 1955 im freien und wiederhergestellten Österreich.

Das am Traunkirchner Ufer gelegene Löwendenkmal wurde 1861 anlässlich der Fertigstellung der Straße zwischen Gmunden und Ebensee der Öffentlichkeit übergeben worden. Am 23. September 1963 wurde es durch einen Bombenanschlag zerstört und im Folgejahr wieder neu errichtet. Weitere Attentatsziele waren am selben Tag im benachbarten Ebensee die Saline und die Feuerkogelseilbahn. Die Anschläge sind italienischen Extremisten im Zuge des damaligen Südtirol-Konflikts zuzurechnen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


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Foto 📸: MeinBezirk (https://www.meinbezirk.at/)
Fronleichnamsprozession am Traunsee

In Traunkirchen wird Fronleichnam seit dem zweiten Brand 1632 als eucharistische Seeprozession abgehalten. Nach der Heiligen Messe in der Pfarrkirche verlässt die Prozession unter den Klängen noch aus der Jesuitenzeit stammender Melodien das Gotteshaus und bewegt sich zum Seetor des einstigen Klosters. Die Glocken kündigen den Beginn der Prozession an, und die Ortsmusik spielt den eucharistischen Hymnus Pange lingua.

Der Kurs der Fronleichnamsflotte, bestehend aus Hauptschiff, der ,,Himmelsfuhre", der Gegenfuhre, und zahlreichen Booten, begibt sich danach unter Gesang und Gebet zu den vier Stationen der Prozession in der Winkelbucht, auf der Höhe des Klosters, südlich des Johannesberges und beim Kriegerdenkmal. Bei jeder Station verkündigt der Priester das Evangelium und erteilt den Segen.

Das erste Ölbild einer Fronleichnamsprozession stammt aus dem Jahr 1830. Das Original befindet sich im Schifffahrtsmuseum in der Greinburg.
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