🏞 Traun - Wels
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Wels von Süden
Bild 2: Lambach Luftbild
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Wels (https://de.wikipedia.org/wiki/Wels_(Stadt)) (bairisch
Wös (https://bar.wikipedia.org/wiki/W%C3%B6s) [vœːs]) ist eine Stadt im oberösterreichischen Alpenvorland.
Sie ist mit 65.482 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) nach der Landeshauptstadt Linz die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes Oberösterreich und belegt auf der Liste der Städte Österreichs den achten Platz.
Verwaltungsrechtlich ist Wels wie die ebenfalls im oberösterreichischen Zentralraum gelegenen Städte Linz und Steyr eine Stadt mit eigenem Statut (Statutarstadt) und nimmt somit die Aufgaben der Bezirksverwaltung selbst wahr. Zudem haben hier die Bezirkshauptmannschaft Wels-Land sowie das Bezirks- und Landesgericht Wels ihren Sitz.
Die Stadt erlebte während der Römerzeit und des Mittelalters zwei Blütezeiten. Ihre heutige wirtschaftliche Bedeutung erlangte Wels als Messe- und Industriestadt sowie als Verkehrsknotenpunkt.
Wels liegt inmitten des Bezirks Wels-Land am linken Ufer der nach Nordosten fließenden Traun im Hausruckviertel auf 317 m ü. A., gemessen im Zentrum bei der Stadtpfarrkirche. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,5 km, von West nach Ost 9,6 km.
Durch die Stadt fließen der Mühlbach und der Grünbach. Der Mühlbach wird künstlich von der Traun abgezweigt und mündet in Linz wieder in diese. Der Grünbach entspringt in der Nähe von Bachmanning und fließt in einen Baggersee im nördlichen Stadtteil Stadlhof nahe Marchtrenk.
Die Gesamtfläche der Stadt ist folgendermaßen aufgeteilt.
Da die Stadt im Gebiet der Welser Heide, einer ebenen, durch jahrhundertelange Schlierdüngung fruchtbar gemachten Landschaft liegt, wird heute sehr viel Fläche landwirtschaftlich genutzt.
Geschichte:Die ältesten Funde aus der Gegend von Wels stammen aus der jüngeren Steinzeit, also dem Zeitraum von 3500 bis 1700 v. Chr. Man fand einfache Werkzeuge, vor allem am Ufer der Traun und im heutigen Zentrum der Stadt.
In der Bronzezeit, ab 1700 v. Chr., wurden Gräberfelder im Bereich des heutigen Flughafens angelegt sowie unweit davon ein Urnenfeld, das auf die Zeit der Urnenfelderkultur (1100–750 v. Chr.) datiert wird. Darin befanden sich 60 Gräber mit Beigaben, wie Bronzeschmuck oder Lebensmittel.
Aus der Hallstattzeit (750–400 v. Chr.) fanden sich Schwerter in der Pernau.
In der Latènezeit (bis 100 v. Chr.) bevölkerten Kelten das Gebiet um Wels und hinterließen Goldmünzen, Schwerter und Fibeln aus Eisen und Irdenware. Der Name ,,Traun" kommt aus dieser Zeit. Möglicherweise ist der Name ,,Wels" auch keltischen Ursprungs. Wels hieße dann übersetzt so viel wie ,,Siedlung an den Traunwindungen".
Wie aus im Zuge von Überschwemmungen abgelagerten Schichten festgestellt wurde, bildete die Traun damals im Raum Wels ein weitverzweigtes Flusssystem mit zahlreichen Nebenarmen und Flussinseln. Die Aufteilung der Wassermassen führte dazu, dass die Traunarme bei Wels geringe Tiefen aufwiesen und daher hier ein Überqueren bei Furten möglich war. Zugleich führte das seichte Wasser dazu, dass Traunflößer hier ihre Flöße entladen und die Waren (beispielsweise Salzsteine, stapeln oder bis zum nächsten flößbaren Flussteil weitertragen mussten.
Die kleine Siedlung entwickelte sich zu einem wichtigen Stützpunkt und Außenposten des Römischen Reiches. Unter Kaiser Hadrian wurde das damalige Ovilava oder Ovilavis zu einer Stadt (municipium) erhoben. Das bebaute Gebiet schloss das Gebiet von der Traun bis zur Höhe des heutigen Kaiser-Josef-Platzes ein. Es gab bereits Häuser aus Ziegeln, Dampfbäder, eine Arena sowie ein Bewässerungssystem.
In der Folge wurde Wels unter Kaiser Caracalla (212/217 n. Chr.) zu einer Großstadt (colonia). Aufgrund der drohenden Alemannengefahr wurde die Stadt erweitert, mit einer Stadtmauer umgeben – das Gebiet war etwa 90 ha groß – und eine Straße von Passau der Donau entlang gebaut. Sicher ist, dass sechs Türme und eine Toranlage in die Mauern integriert waren, die von der Burg angefangen der heutigen Westbahntrasse entlang und über die Feldgasse zurück Richtung Traunufer gebaut war. Die Stadt wurde im späten 2. oder frühen 3. Jahrhundert n. Chr. befestigt, mehrere ihrer Türme wurden archäologisch untersucht, der an der Nordfront gelegene, leicht unregelmäßige 6,23–6,29 × 6,6–6,55 m große, mit 1,34 m starkem Mauerwerk errichtete Turm I springt um 1,27–1,35 m vor die 1,4 m breite Wehrmauer, auch die übrigen Türme waren mit ihm vergleichbar. Für die Datierung können Münzen aus den drei Wallgräben gewertet werden, eine Bronzemünze aus flavischer Zeit sowie Bronzemünzen des Trajan, des Marcus Aurelius und ein Denar des Caracalla. Ein terminus post quem für die Errichtung der Mauer ergibt sich durch eine Münze des Antoninus Pius (138–166 n. Chr.), die aus einem unter dem ersten Graben gelegenen Hausfundament stammt. Die Alamanneneinfälle werden auch auf einen Meilenstein des Maximinus Thrax aus dem Jahr 236 n. Chr. erwähnt.
Kaiser Diokletian machte Wels im Rahmen seiner Reform des Provinzen-Systems zu einer Hauptstadt, die das Gebiet des Römischen Reiches nördlich der Alpen, das Ufernoricum (Noricum Ripense) verwaltete. Zwei Duumviri, die als Stadtrichter fungierten, zwei Ädilen, die für die Einhaltung der Gesetze und Marktrechte eintraten, ein Quästor, der die Stadtkasse verwaltete, und ein 100-köpfiger Stadtrat standen an der Spitze der Stadt.
Ovilava verwaltete ein Gebiet, das von Inn und Donau eingeschlossen, östlich von den Verwaltungsgebieten Lauriacums (Enns) begrenzt, bis nach Bad Ischl reichte. Zum Stadtbezirk zählten Grenzbefestigungen, zu denen auch Linz (Lentia) und Passau (Boiodurum) gehörten, und unzählige Siedlungen auf oberösterreichischem und salzburgischem Boden.
Auffallend an der römischen Gräberkultur in Wels ist, dass nur wenige kostbare Dinge beigesetzt wurden. Dies hatte seine Ursache zum einen in der nahen Grenze mit ständig drohenden Überfällen und Kriegen, zum anderen im strengen Klima, weshalb sich nur wenige reiche Bürger ansiedelten. Reichere Gräber stammen nur aus früheren Perioden der Besiedlung.
Vom 3. bis zum 5. Jahrhundert wurde das Gebiet um Wels oft von Germanen- und Vandalenstämmen sowie von Attilas Heer im Zuge der beginnenden Völkerwanderung überfallen. Unter Kaiser Gallienus wurde die Provinz Noricum als verwüstet beschrieben. Der Offizier und König von Italien, Odoaker, ließ Noricum räumen, da es nicht mehr zu halten war.
Ab dem 4. Jahrhundert dürfte Wels für einige Jahrhunderte wieder zu einer kleinen und unbedeutenden Siedlung geworden sein. Im Itinerarium Antonini (3. Jh.) ist die Stadt zwar noch mehrfach unter dem Namen Ovilavis genannt, die Vita Sancti Severini aber, die die Zustände am Ende des 4. Jh. spiegelt, erwähnt sie nicht mehr.
Landwirtschaft und Grenzhandel sowie Ziegelherstellung, Töpferei und Steinabbau waren die wirtschaftliche Grundlage der Stadt.
Da durch das Stadtgebiet mehrere römische Reichsstraßen verliefen, unter anderem die große Ost-West-Verbindung nach Enns, wurden viele Güter aus dem Westen, wie Gallien und aus dem Rheingebiet, importiert, darunter Terra-Sigillata-Gefäße und Statuetten, darunter die so genannte ,,Venus von Wels". Aber auch mit Italien herrschte reger Handel. Man fand Amphoren, Austernschalen und Bronzefiguren italienischer Herkunft.
Der Anbau von Getreide deckte gerade den regionalen Verbrauch, wahrscheinlich wurden Rinder und Pferde exportiert. Im heutigen Stadtgebiet wurde der älteste Getreidespeicher im Bereich der Ostalpen gefunden, in dem den Erkenntnissen zufolge vor allem Weizen, Zwergweizen, Emmer, Gerste und Roggen eingelagert waren.
Es gibt Hinweise, dass ein Pontifex und das Kollegium der Sexviri, eine Gemeinschaft, die sich dem Kaiserkult widmete, ansässig waren. Ihr Tempel, der der kapitolinischen Trias geweiht war, wurde noch nicht gefunden. Für andere Götter und Geisterwesen, wie Apollo, Jupiter, Vulcanus, Genius und Laren wurden jedoch Weihesteine gefunden. Einige Statuen von Diana, Venus, Fortuna, Mercurius und Minerva konnten ebenso ausgegraben werden.
Die keltische Götterwelt konnte nur anhand einer Statue einer Muttergottheit sowie eines Abbilds des keltischen Stiergottes Tarvos Trigaranus nachgewiesen werden.
Das aufkommende Christentum war schon seit dem 3. oder 4. Jahrhundert in Wels vertreten. Diese ersten Jahre der christlichen Religion waren vor allem durch Verfolgung und Unterdrückung geprägt, doch soll Florian von Lorch in Wels gewirkt haben, bevor er nach St. Pölten flüchtete. Ein Teil eines Pilasters gibt Aufschluss über eine frühchristliche Kirche aus dem 4. oder 5. Jahrhundert und deutet auf eine größere christliche Gemeinde hin.
Der Grabstein der Ursa gilt als einer der ältesten Funde einer frühchristlichen Gemeinschaft. Der Grabstein wurde von einem römischen Soldaten für seine Frau in Auftrag gegeben.
Die Bajuwaren besiedelten im 6. Jahrhundert die Region um Wels. Waffenfunde in bairischen Gräberfeldern stammen aus dem 7. Jahrhundert.
Im 8. Jahrhundert wurde Wels wieder mit Befestigungsanlagen ausgestattet, urkundlich wurde Wels als castrum uueles, was so viel wie ,,befestigte Siedlung Wels" oder ,,Burg Wels" heißt, erstmals 776 erwähnt. Vorher Amtssitz von Graf Machelm, einem Verwandten der Agilolfinger, kam Wels bis in das späte 9. Jahrhundert zu den Besitzungen der Karolinger.
Ab dem Jahr 1000 wurde Wels als ,,Markt" bezeichnet und war bekannt für seinen Tuchhandel. Da Wels im 11. Jahrhundert zum Kloster Lambach gehörte, wurde es später dem Bistum Würzburg zugesprochen.
Im 12. Jahrhundert wurde Wels regelrecht aufgeteilt, denn das Marktrecht, die Maut für die Brücke, die Pfarrkirche und eine Marienkapelle wurden von Würzburg, Kloster Lambach, Stift Kremsmünster und einigen Adeligen getrennt verwaltet. Die ältesten erhaltenen Welser Dokumente stammen aus dieser Zeit. Es handelt sich hier um Bruckamtsrechnungen, also um Aufzeichnungen der Einkünfte der Traunbrücke, die zwischen 1138 und 1140 entstand.
Durch einen Erbvertrag kam Wels nach dem Tod des letzten Traungauers 1192 in den Besitz der Babenberger, die im Jahr 1222 Wels als Stadt (civitas) beurkundeten. Wels gehörte zu dieser Zeit schon, neben Linz und Steyr, zu den größten Befestigungen Oberösterreichs und war Schauplatz einer Schlacht zwischen den Heeren von Herzog Heinrich XIII. von Bayern und König Ottokar II. von Böhmen.
1233 brach Herzog Otto II. von Bayern in das Herrschaftsgebiet der Babenberger ein, denen er nach der Besetzung der Stadt Wels unterlag.
Der Stadtplatz entstand im 13. Jahrhundert und das Ledertor, der Vorläufer des Ledererturms, wurde 1326 erwähnt. Die Habsburger vergrößerten die Stadt auf das Doppelte.
Am 13. Juni 1295 wurde erstmals ein Siegel von Wels verwendet.
Im 14. Jahrhundert erfolgte die Ausweitung des Marktrechts, der Bau von Schutzeinrichtungen gegen Überflutungen, die Befreiung von der Getränkesteuer, die Verleihung des Pfändungs- und des Stapelrechts, und die Stadt musste nur an den Landesfürsten Steuern bezahlen.
Charakteristisch für das 14. und 15. Jahrhundert war das Aufkommen der ersten wohlhabenden Bürgerfamilien, die sich ihre – zum Teil bis heute erhaltenen – Häuser im Bereich des Stadtplatzes und der Traungasse bauten und die Ausbildung der Handwerkszünfte, die sogenannten ,,Zechen". Ihre Häuser standen und stehen vor allem in der heutigen Schmidt- und Bäckergasse. Ebenso hatten einige Adelsfamilien, Pfarren und Klöster Häuser in Besitz, für die sie den Status als (steuerbefreite) Freihäuser erwirken wollten.
Kaiser Maximilian I. hielt sich sehr oft in Wels auf, viel öfter als andere Kaiser. Ein Grund dafür war sicher sein Jagdschloss in der Welser Heide. Unter ihm wurde 1514 das Rathaus und die Burg Wels ausgebaut und er erließ einige Privilegien für die Stadt. Die Stadt erhielt von ihm 1519 das Recht, in rotem Wachs zu siegeln.
Ende 1518 machte der Kaiser zum letzten Mal in Wels Halt. Eine Erkrankung ließ ihn nicht mehr gesunden, sodass er Anfang 1519 mit den Worten ,,Ich bin für diese Reise mit Gottes Gnade ganz gerüstet" in der Burg verstarb. Kaiser Maximilian I. wurde in Wiener Neustadt beigesetzt.
Im 16. Jahrhundert erfuhr Wels durch seine Stellung als Umschlagplatz für landwirtschaftliche Güter aus der Umgebung und aus dem Fernhandel eine wirtschaftliche Blütezeit. Erhaltene Bauwerke aus dieser Zeit sind der 1579 erbaute Wasserturm, der aus dem Mühlbach hoch geschöpftes Wasser speicherte, das über ein Rohrsystem in der Stadt verteilt wurde, und der Ledererturm, der 1619 erneuert wurde.
Die Reformationsbewegung war vor allem von Welser Adeligen und Studenten getragen. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts lebten in Wels vor allem protestantische Bürger. Der Theologe Konrad Cordatus, ein Bekannter Martin Luthers, stammte aus der Umgebung von Wels. Nach ihm ist ein Veranstaltungssaal neben der evangelischen Kirche benannt. Die von Kaiser Ferdinand II. angeordnete Rekatholisierung wurde sehr streng durchgeführt und hatte eine starke Auswanderungswelle vor allem der führenden Familien zur Folge.
Wels blieb, bis auf das Jahr 1626, größtenteils von Bauernaufständen und den Bestrebungen der Gegenreformation verschont. Als die aufständischen Bauern unter Stefan Fadinger in Wels Halt machten, wurde die Stadt ein Opfer der Flammen, ein Schaden, von dem sich Wels nur schwer erholte.
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden etwa 200 Häuser neu erbaut, und die Wirtschaft sowie Kunstgewerbe und Handwerke begannen zu florieren. Wichtig wurde zu dieser Zeit die Eisenverarbeitung, der Großhandel und das Geldgeschäft.
Zur bestehenden politischen Verwaltung der Stadt kamen ab 1569 der Bürgermeister und das Stadtrichteramt, die jährlich gewählt wurden. Der Stadtrichter hatte ab diesem Zeitpunkt nur mehr juristische Aufgaben.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg, während dessen einige Male Truppen in Wels einquartiert wurden, waren die Stadtkassen leer. Die Pest, Hochwässer und ein Erdbeben im Jahre 1690 richteten große Schäden an. Die Bevölkerung von Wels belief sich zu der Zeit auf ungefähr 4000 Einwohner, die in rund 550 Häusern lebten.
Die wirtschaftliche Ordnung der Stadt veränderte sich: das Eisenhandwerk und die Weber verloren an Bedeutung, nur die Zahl der Brauereien stieg auf fünf an. Der landesgrößte Getreidemarkt und einige Vertreter des Kunsthandwerkes überstanden die Rezession. Trotzdem entstanden im 18. Jahrhundert viele neue Denkmäler, einige alte Bauwerke wurden unter der Federführung von Wolfgang Grinzenberger und Johann Michael Prunner renoviert oder umgebaut. Der ehemalige Semmelturm am Kaiser-Josef-Platz (1733), das Rathaus (1739) und das Minoritenkloster (1745) wurden erbaut oder entscheidend verändert.
Im 17. Jahrhundert wurde dem Stadtwappen das Fallgitter hinzugefügt.
Die Reformen von Kaiser Josef II. (er regierte von 1765 bis 1790) hatten auch in Wels Auswirkungen. Einige Kapellen wurden abgerissen oder geschlossen; 1784 wurde das Minoritenkloster geschlossen. 1781 wurde die evangelische Gemeinde gegründet und die ersten Versammlungen fanden statt. 1785 wurden die Vorstadtpfarre gegründet und der Stadtgraben trockengelegt.
Auf dem Kaiser-Josef-Platz steht ein Denkmal für Kaiser Josef II. Das Standbild erinnert an die Aufhebung der Erbuntertänigkeit.
Die Habsburgermonarchie Österreich wurde 1800 im Zweiten Koalitionskrieg vom revolutionären Frankreich besiegt und musste am 9. Februar 1801 den Frieden von Lunéville abschließen. Wels war Hauptquartier einiger österreichischer Regimenter; es wurde von französischen Truppen besetzt und geplündert. Die Inflation legte Fabriken lahm, und die Getreidepreise fielen wegen zu guter Ernten.
Die hohe Politik im 19. Jahrhundert war vom Metternichschen System geprägt, auch Wels wurde keinen großen Reformen unterzogen. Die Stadt wuchs gemächlich und war unter anderem Stützpunkt des k. u. k. Husarenregiments 12, bekam neue Ämter und ab 1823 eine einheitliche Stadtbeleuchtung.
1829 erfolgte die Gründung des Welser Theatervereins, der in der ehemaligen Spitalskirche vier-, später fünfmal in der Woche spielte. Erst 1883 übernahm das Linzer Landestheater den Spielplan für die Welser Bühne.
Für die wirtschaftliche Entwicklung bedeutend war 1835 die Eröffnung der Pferdeeisenbahn Budweis–Linz–Gmunden, die erst 1860 von der Eisenbahn abgelöst wurde. Die Wirtschaft war geprägt durch die beginnende Industrialisierung. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden eine Nagel- und eine Hutfabrik sowie einige Maschinenfabriken und die Welser Kunstmühle Fritsch.
Nach der Märzrevolution 1848 kam es zur Gründung zahlreicher Zeitungen, darunter das erste Wochenblatt ,,Der Welser Landbote", das von Michael Haas herausgegeben wurde. Sein Sohn Johann Nepomuk Haas (1820–1897) leitete später das seit 1855 erscheinende Wochenblatt ,,Welser Anzeiger", das bis 1939 zu den wichtigsten Zeitungen Oberösterreichs zählte. Heute beherbergt sein ehemaliges Geschäft eine Buchhandlung am Welser Stadtplatz.
Bedeutend war der Bau der Dragonerkaserne, die so groß war wie die Altstadt zu der damaligen Zeit. 1858 wurde sie fertiggestellt und sogleich vom Husarenregiment Nr. 6 bezogen. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges waren Dragonerregimenter, zuletzt das Vierte, in Wels stationiert.
In diese Zeit fällt auch die Eröffnung der ,,k.k. privilegierten Kaiserin-Elisabeth-Bahn" (Westbahn) im Jahre 1860. Damit erhielt Wels Anschluss an das österreichische Eisenbahnnetz, so dass sich Wien, Linz und Salzburg binnen Stunden erreichen ließen.
Die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert war von reger Bautätigkeit geprägt, Gebäude wie die Sparkasse an der Ringstraße und das Krankenhaus wurden errichtet, sowie Fabriken, darunter die Nahrungsmittelfabrik Knorr, die Hanf- und Drahtseilerzeugung Teufelberger, die Landmaschinenfabrik Reform-Werke, die Rahmenfabrik Nöttling und das Elektrizitätswerk gegründet.
1904 wurde das Stadtmuseum im Sparkassengebäude am Ring eröffnet.
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