🏞 Wien - Mündung & Urania
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📸 Bei der Urania mündet die Wien in den Donaukanal. Blick unter der Radetzkybrücke zur Zollamtsbrücke.
📸 Bild 2: Die Urania am Donaukanal
Foto's 📸 Archiv 1133 (https://www.1133.at/document/view/id/783)
📸 Bild 2:
Wikimedia (https://de.wikipedia.org/)|Creative-Commons (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de)
Die
Urania (https://de.wikipedia.org/wiki/Urania_(Wien)) ist ein Volksbildungshaus mit Sternwarte im ersten Wiener Gemeindebezirk in der Uraniastraße. Der Verein wurde 1897 gegründet und nahm 1910 sein in neobarockem Stil gehaltenes Vereinshaus in Betrieb. Heute ist die Wiener Urania eine Einrichtung der ,,Wiener Volkshochschulen GmbH".
Im Jahr 1883 kam der deutsche Astronom Max Wilhelm Meyer nach Wien, um als Assistent der Universität Wien historische und zukünftige Sonnenfinsternisse zu berechnen. Nebenbei hielt er volkskundliche Vorträge und entwickelte die Idee einer volksbildenden Institution. Da er aber 1885 nach Berlin berufen wurde, entwickelte er seine Ideen dort weiter und gründete 1888 gemeinsam mit Wilhelm Foerster die Berliner Urania. Deren Ziel war es, wissenschaftliche Erkenntnisse auch einem Laienpublikum zugänglich zu machen. Ihren Namen bekam die Institution nach der Muse Urania, die in der griechischen Mythologie als Schutzgöttin der Sternkunde galt.
Nach dem Vorbild der Berliner Urania wurde in Wien 1897 das Syndikat Wiener Urania als ,,gemeinnütziges Wirtschaftsunternehmen" gegründet:
Zitat,,Das Wiener Institut wird, ähnlich dem Berliner Vorbild, ein wissenschaftliches Theater und eine Anzahl von Experimentir- und Demonstrationssälen und in seiner schließlichen Ausgestaltung auch eine volksthümliche Sternwarte umfassen. Das Syndikat beabsichtigt, nicht sofort einen definitiven Bau für die Urania auszuführen, sondern zunächst mit der Commission für die Ausstellung Wien 1898 und mit den Leitungen der Wohlfahrtsausstellung und der ,Jugendhalle' in Verbindung und Verhandlungen darüber einzutreten, ob und auf welchen Grundlagen die Vorführung einer provisorischen Urania im Rahmen der nächstjährigen Ausstellung möglich und wünschenswerth wäre."
– Neues Wiener Journal vom 2. Februar 1897
Zunächst wurde 1898 als Prototyp für ein zukünftiges Volksbildungshaus ein provisorisches Urania-Gebäude im Wiener Prater errichtet. Es wurde am 7. Mai 1898[2] eröffnet und war Bestandteil der Jubiläumsausstellung, die anlässlich des 50-Jahr-Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. veranstaltet wurde. Bei seinem Eröffnungsrundgang äußerte der Kaiser anerkennend: ,,In der That ist die ,Urania' ein sehr schönes Unternehmen."
Das Gebäude befand sich nordwestlich der Rotunde, etwa im Bereich der heutigen Messestraße. Die provisorische Urania wurde von Architekt Ludwig Baumann in Holzbauweise und in einer Mischung aus Neoklassizismus und Jugendstil errichtet. Sie bot Platz für 800 Personen und enthielt einen Vortragssaal für 200 Personen, Säle für wissenschaftliche Demonstrationen, sowie eine Sternwarte mit einem achtzölligen Fernrohr und weiteren, kleineren Teleskopen. Trotz des großen Publikumserfolgs war die Urania ein wirtschaftlicher Misserfolg für den Verein; sie musste daher am 2. Dezember 1898 geschlossen werden. Da für den ordnungsgemäßen Abbruch des Gebäudes kein Geld vorhanden war, wurde es an Holzhändler verkauft und von diesen 1899 demoliert.
Obwohl Ende 1899 das Vermögensdefizit der Urania 142.692 Kronen betrug, wurde das Unternehmen fortgeführt. In den folgenden Jahren wurden die populärwissenschaftlichen Vorträge in verschiedenen, gemieteten Räumlichkeiten durchgeführt, darunter im Ersten Kaffeehaus im Prater und im Glashof in der Wollzeile 34. In den Sommermonaten 1900 und 1901 verlegte die Urania ihre Tätigkeit in den Tiergarten am Schüttel, der zum nahen Vivarium gehörte. Den Zuschauern wurde ein Spektakel geboten, bei dem das Leben in Südafrika demonstriert werden sollte. In den Vorstellungen traten rund 300 Akteure auf, darunter 30 Buren, 50 schwarze Afrikaner (,,Eingeborene"), 20 Musiker in Burenkostümen, sowie 50 wilde und zahme Tiere. Die Veranstaltungen mussten 1901 eingestellt werden, da der Tiergarten und das Vivarium in Konkurs gingen.
In den folgenden Jahren wurden wieder hauptsächlich Vorträge gehalten, wobei sich vor allem Lichtbildvorträge mittels Laterna magica großer Beliebtheit erfreuten. 1903 hatte die Urania bereits mehr als 100 dieser ,,Projektionsvorträge" im Programm, dazu kamen ,,persönliche Vorträge" namhafter Gelehrter und Forscher. Besonderes Aufsehen erregte die Urania 1905 durch den Lichtbildvortrag Durch die Wiener Quartiere des Elends und Verbrechens, der die Armut in manchen Teilen Wiens zeigte. Diese erschütternde Darstellung erregte sowohl die gesamte Presse als auch den Wiener Gemeinderat, die eine sofortige Einstellung forderten. Trotz der Proteste wurde der Vortrag weitergeführt und bis 1908 300 Mal gezeigt.
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