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Kategorie => Donau => Bild des Tages => Länder & Reise & Urlaub & Fotos => March => Thema gestartet von: Emil am 06. Mai 2026, 15:50:27

Title: 🏞  March - Marchegg
Beitrag von: Emil am 06. Mai 2026, 15:50:27
🏞  March - Marchegg

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📸 Hauptplatz von Marchegg
📸 2: Schloss Marchegg
Foto's 📸
Wikimedia (https://de.wikipedia.org/)|Creative-Commons (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de)
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Wikimedia (https://de.wikipedia.org/)|Creative-Commons (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de)

Marchegg (https://de.wikipedia.org/wiki/Marchegg) ist eine als Storchenstadt bekannte Stadtgemeinde mit 3113 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich.

Marchegg gehört formal zum Weinviertel, einem der vier Landesteile Niederösterreichs. Die Fläche der Stadtgemeinde Marchegg umfasst 45,52 km². 15,47 % der Fläche sind bewaldet.

Die Stadt liegt an der March, die die Grenze zur Slowakei bildet, und somit am Ostrand des Marchfeldes. In die Slowakei führen eine Bahnbrücke der Ostbahn (Marchegger Ast) und eine kombinierte Fahrrad-Fußgängerbrücke. Eine Straßenbrücke besteht nicht. Die weiten Marchauen, bei Hochwasser überschwemmt, sind wegen ihrer Flora und Fauna geschützt.

Die Stadt und das Burg wurden 1268 von König Přemysl Ottokar II. von Böhmen, der damals in Österreich herrschte, und dem Bischof von Olmütz Bruno von Schauenburg, als Stadt an der Grenze zu Königreich Ungarn erbaut. Es handelt sich um eine Gründungsstadt, die nach mittelalterlichen Planungsgrundsätzen mittels Achsenkreuz angelegt wurde. Für die Bedeutung, die der Stadt zugemessen wurde, spricht die Dimension der Stadtbefestigung, die qualitativ hochwertige Architektur von Kirche und Stadttoren sowie der Umstand, dass in Marchegg ein eigenes Landgericht (als viertes im Gebiet Niederösterreichs). Bemerkenswert ist die Lage und Orientierung der Pfarrkirche, die mit der Geometrie der Stadt verknüpft ist. Das Langhaus wurde am Gründonnerstag und der Chor am Ostersonntag in diese Zeit nach der aufgehenden Sonne orientiert, sodass die Längsachse der Kirche einen leichten Achsknick aufweist.

Die Stadt lag am Kreuzungspunkt von bedeutenden Nord-Süd- bzw. Ost-West-Handelwegen. Der Weinhandel war eine wichtige Einnahmequelle für die Stadt, Herzog Rudolf IV. gewährte der Stadt das Recht, für jeden Wagen ungarischen Weins, der durch Marchegg geführt wurde, 12 Böhmische Groschen als Maut einzufordern. Bereits im Mittelalter soll es zumindest zeitweise eine Brücke über die March gegeben haben. Im 16. und 17. Jahrhundert bestand jedenfalls eine Brücke über die March, ihre Funktion übernahm später eine Überfuhr in Form einer an einem über den Fluss gespannten Seil hängenden großen Plätte.

Beim Krieg gegen die Osmanen 1529 wurde die Stadt vom osmanischen Heer erobert und verwüstet, während die Burg dem Angriff standhielt. Die dadurch weitgehend verödete Stadt wurde mit Siedlern aus Schwaben neu bevölkert.

Durch die Nähe zur March war die Stadt regelmäßig von Überschwemmungen betroffen, das früheste überlieferte Hochwasser findet sich im Ingedenkbuch der Pfarre im Jahr 1280. Bei Überschwemmungen wurde der Gottesdienst häufig in der Schlosskapelle abgehalten. Im Frühjahr 1914 entschied die k.k. niederösterreichische Statthalterei die Regulierung der March, wobei neben Flussbegradigungen auch Hochwasserschutzdämme angelegt werden sollten. Die Umsetzung wurde durch den Ersten Weltkrieg und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach dem Krieg verzögert, so dass der Hochwasserschutzdamm erst 1936 vollendet wurde. Wiederholt kam es auch zu großen Bränden in der Stadt, so wurden etwa 32 Häuser bei einem Stadtbrand 1680 zerstört, 1793 brannte fast die Hälfte aller Gebäude der Stadt ab, 1802 waren 71 Wohnstätten betroffen. 1879 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

Nach der Anbindung des Orts an das Eisenbahnnetz 1847 siedelten sich Industrieunternehmen (Maschinenfabrik, Pulverfabrik, Zichorienkaffeefabrik, ...) an und der Stadtteil Marchegg-Bahnhof entwickelte sich.

Im Ersten Weltkrieg bestand 1915–1918 ein Kriegsgefangenenlager bei Marchegg, die Kriegsgefangenen wurden für Bauarbeiten am Hochwasserschutzdamm und in der Landwirtschaft herangezogen.

In der NS-Zeit wurde im Ort ein Lager des Reichsarbeitsdiensts errichtet.

Österreich fungierte Anfang der 1970er Jahre als Transitland für auswandernde jüdische Sowjetbürger. Die Auswandererzüge erreichten Österreich an der Grenzstation Marchegg. Hier fand am 28. September 1973 der erste Terrorakt von Palästinensern in Österreich statt. Aus einem Zug mit jüdischen Emigranten wurden vier Geiseln (drei Emigranten und ein österreichischer Zollbeamter) entführt und zum Flughafen Wien gebracht. Nach Zusicherung der Bundesregierung zur Auflösung des Transitlagers in Schloss Schönau wurden die Terroristen am 29. September 1973 ausgeflogen. (Siehe: Geiselnahme in Marchegg (https://de.wikipedia.org/wiki/Geiselnahme_in_Marchegg))

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