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Die kulturelle Entwicklung des Jungneolithikums verlief in Bayern regional unterschiedlich. In Südostbayern ist der Beginn dieser Epoche insbesondere durch die Münchshöfener Kultur geprägt, die mit der ostmitteleuropäischen Lengyel-Kultur verwandt ist. In Mainfranken ist dagegen die Michelsberger Kultur vertreten. Bei Bütthard-Gaurettersheim (Lkr. Würzburg) wurde erstmals ein Michelsberger Erdwerk im Offenland auf bayerischem Staatsgebiet vollständig prospektiert; weitere Erdwerke und Verdachtsflächen sind inzwischen aus dem unterfränkischen Maingebiet bekannt.
Aufgrund erster Schmuckobjekte aus Kupfer wird diese Kultur alternativ auch der frühen Kupfersteinzeit Mitteleuropas zugeordnet. Namengebend ist der Fundort Münchshöfen bei Straubing. Typisch für die oft flächig ritzlinienverzierte Keramik sind große Fußschalen und so genannte Pilzschultergefäße. Kupferfunde aus dieser Zeit sind äußerst selten, der älteste Fund in Bayern ist ein Ohrring in der Doppelbestattung vom Straubinger Wasserwerk. Am Mitterberg bei Mühlbach am Hochkönig gibt es aus dieser Zeit erste Hinweise auf Kupferbergbau. Gräber sind bislang relativ wenige bekannt. Der jüngste Abschnitt der Münchshöfener Kultur (,,Spät-Münchshöfen") war hauptsächlich in Niederbayern verbreitet und gleichzeitig mit der westlich angrenzenden Pollinger Gruppe. Beide Gruppen markieren den Übergang vom frühen zum späten Jungneolithikum, was mit einer Verzierungslosigkeit der Keramik und einiger neuer Gefäßformen einhergeht, wie zum Beispiel Tassen und Krüge.
Auf die späte Münchshöfener Kultur folgt um etwa 3800 v. Chr. die Altheimer Gruppe, benannt nach dem 1914 ausgegrabenen Erdwerk von Altheim-Essenbach (Lkr. Landshut). Weitere Erdwerke dieser Zeitstellung befinden sich in Altdorf (Lkr. Landshut) und Kothingeichendorf (Lkr. Dingolfing-Landau). Die Keramik der Altheimer Gruppe ist vor allem durch so genannte Arkadenränder und Verzierungslosigkeit der Feinkeramik gekennzeichnet. Mit dieser Kultur sind die ältesten Feuchtbodensiedlungen (Pfahlbauten) Bayerns verbunden. Die bedeutendste Pfahlbausiedlung der Altheimer Kultur ist die Prähistorische Siedlung Pestenacker, einer der drei im UNESCO-Welterbe Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen gelisteten bayerischen Fundplätze. Weitere Fundplätze der Altheimer Kultur mit Feuchtbodenerhaltung liegen auf der Roseninsel im Starnberger See (UNESCO-Welterbe) und bei Unfriedshausen, in der vermoorten Talaue des Loosbaches in der Nähe von Landsberg am Lech. 1986 wurde der Fundplatz Unfriedshausen-West entdeckt, der zwischen 1994 und 1999 nahezu vollständig durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege ausgegraben wurde. Bei Sondagen in den Jahren 1999 bis 2002 fand man einige Meter südöstlich des bekannten Dorfes eine Schwestersiedlung. Diese erhielt den Namen Unfriedshausen-Ost und liegt als Forschungsreserve dauerhaft konserviert im Grundwasser. Der Fundplatz ist die dritte der bayerischen Pfahlbau-Siedlungen im UNESCO-Welterbe. Sekundär verbaute Althölzer des 38. und 37. Jh. v. Chr. aus der frühesten Siedlungsphase von Unfriedshausen-Ost belegen, dass im Umfeld der Fundstelle noch ältere Häuser der Altheimer Kultur bestanden haben müssen. Neben Feuchtbodensiedlungen gibt es im bayerischen Jungneolithikum auch Siedlungen auf Mineralböden. Gräber aus dieser Zeit sind so gut wie unbekannt.
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