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🕊 Hand in Hand für den Frieden & Ger... von Hamzah

🏞  Wien - Lainzer Tiergarten

Begonnen von Ferdinand, 06. März 2026, 13:25:45

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Ferdinand

🏞  Wien - Lainzer Tiergarten


Luftbild des Lainzer Tiergartens von Süden, im Hintergrund Wien
Bild 2: Der Westen des Tiergartens (rechts) mit dem damaligen Jagdhaus ,,Hirschgestäm" und dem (alten) Verlauf der Tiergartenmauer beim ,,Diana-Thor"


Der Lainzer Tiergarten ist ein öffentlich zugängliches Naturschutzgebiet in Wien und zum Teil auch in Niederösterreich, das von der Magistratsabteilung 49 – Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien verwaltet und betreut wird. Er ist ein Tiergarten im Sinne eines weitläufigen Waldgebietes mit reichem, innerhalb des Gartens frei lebendem Wildbestand. Als dieses Schutzgebiet ist es auch Bestandteil des Biosphärenparks Wienerwald. Der Lainzer Tiergarten liegt größtenteils im Westen Wiens, ein kleiner Teil liegt in der niederösterreichischen Gemeinde Laab im Walde.

Der Lainzer Tiergarten, benannt nach dem östlich anrainenden Ort Lainz, befindet sich wie dieser größtenteils in Hietzing, dem 13. Gemeindebezirk im Westen Wiens, in der Katastralgemeinde Auhof. Das ummauerte Areal fällt nördlich zum Wiental mit dem Auhof und der West Autobahn ab, grenzt nördlich und östlich an städtisches Siedlungsgebiet sowie westlich und südlich an Wald in Niederösterreich und Wien bis vor Laab, südlich auch an das Liesingbachtal.

Mit den angrenzenden Wäldern zählt der Tiergarten zum nördlichen Teil des Wienerwaldes. Er liegt am Ostrand der Alpen, an dem im Miozän eine Meeresküste lag. Dort wurden auch Hinweise auf die Tätigkeit eines kleinen Vulkans gefunden, die wissenschaftlich publiziert wurden. Vulkanische Gesteine (Pikrite, Tuffe) wurden mehrfach gefunden. An den Gesteinen wurden Bohrlöcher von Meermuscheln beobachtet.

Die Gesamtfläche des Lainzer Tiergartens beträgt aktuell 2450 Hektar, wovon 2360 ha auf Wiener Stadtgebiet liegen. 1945 Hektar sind Waldfläche. Die Umfassungsmauer des Lainzer Tiergartens ist zirka 22 Kilometer lang.

Der Lainzer Tiergarten zeichnete sich seit jeher durch Wildreichtum aus (in der Nachkriegszeit stark dezimiert). Rothirsch, Damhirsch, Reh, Mufflon und das Wildschwein gehören zu den vielen dort heimischen großen Wildtierarten.

Von den 29 in Österreich heimischen Fledermausarten (22 in Wien) beherbergt alleine der Lainzer Tiergarten 18.

Der gesamte Lainzer Tiergarten ist ein ausgewiesenes Natura 2000-Naturschutzgebiet und beherbergt einige der ältesten Buchen und Eichen im Wienerwald. Stammumfänge von bis zu vier Meter sind zu finden. Die meisten dieser alten Bäume findet man am Johannser Kogel. Aufgrund des hohen Wildbestands im Park findet man sehr viele Viehlägerbiotope, welche sonst sehr selten sind.

Im Bereich zwischen Lainzer Tor und Hermesvilla befinden sich Wildgatter und ein Arboretum, in dem viele der heimischen Holzgewächse gezeigt werden.

Der Lainzer Tiergarten ist als einzelnes auch als Europaschutzgebiet ausgewiesen.

Die ersten Besiedlungen auf dem Areal des Lainzer Tiergarten gehen auf die Römerzeit zurück. Im Zuge von archäologischen Ausgrabungen wurden Keramikbruchstücke, die auf das 2. Jahrhundert n. Chr. datiert wurden, gefunden. Weitere Funde wurden dem späten 11. bis 13. Jahrhundert zugeordnet. Der Wienerwald wurde schon im 11. Jahrhundert von den Babenbergern als Jagdgebiet genutzt.

Kaiser Ferdinand I. kaufte den Auhof mit angrenzenden Waldungen, ließ 1561 um das Gebiet einen Holzzaun bauen und machte es zum kaiserlichen Jagdrevier (das es bis 1918 blieb). Der ursprüngliche Zaun umschloss dabei nur einen kleinen Bereich des heutigen Areals und erforderte immer wieder intensive Reparaturmaßnahmen.

Gründe für den Zaunbau waren die durch die unmittelbare räumliche Nähe zu besiedeltem Gebiet auftretenden Probleme des Verbisses, des Wildwechsels und der Nahrungssuche auf Äckern und Wiesen sowie die massiven Flurschäden auf den Agrarflächen der Umgebung. Zudem waren auch der Schutz der Weingärten und die Trennung der Interessenssphären der Jagd und der Agrar- und Weinwirtschaft ein Anliegen.

Zur Zeit Kaiser Karls VI. beschreibt eine zeitgenössische Publikation den Tiergarten als ,,vornehmsten Wildpark Europas". Das Jagdgebiet im Wienerwald wies schon im 18. Jahrhundert eine gemessen an der natürlichen Population überdurchschnittlich hohe Wilddichte auf.

Zunehmende Wildschäden in den Weinbergen führten zum Patent Kaiserin Maria Theresias als Erzherzogin von Österreich vom 25. August 1770, in welchem sie die Haltung von Schwarzwild nur mehr in geschlossenen Tiergärten erlaubte. Die ersten Pläne für eine dauerhafte Einfriedung sind auf den 10. Oktober 1770 datiert.

Unter Kaiser Joseph II. wurde endlich anstelle des Holzzauns eine Mauer geplant, welche ein viel größeres Gebiet umfassen sollte. Mit der Errichtung der 24,2 km langen Steinmauer wurde Baumeister Philipp Schlucker beauftragt, der weit günstiger als die etablierte Konkurrenz angeboten hatte. Obwohl er die Mauer zwischen 1782 und 1787 planmäßig fertigstellte, wurde er von der unterlegenen Konkurrenz diskreditiert und unzutreffend von seinem baldigen Ruin berichtet, wovon manche im Raum Wien den Ausspruch ,,Armer Schlucker" ableiten wollen. Ein Teil der originalen Schlucker-Mauer ist direkt neben dem Pulverstampftor erhalten geblieben.

Das im Zuge der Märzrevolution von 1848 beseitigte Rechtsinstitut der Grundherrschaft (Hans Kudlichs so genannte Bauernbefreiung) führte zu diversen Besitzstreitigkeiten. Der jahrhundertelang in kaiserlichem Privatbesitz gestandene Saugarten, der erst später die Bezeichnung Tiergarten erhielt, ging am 26. August 1855 auf Entscheid Franz Josephs I. in hofärarisches Eigentum (Staatsbesitz, der dem Monarchen zur Nutzung vorbehalten blieb) über. Das Gebiet wurde weiterhin fast nur zu Hofjagden der kaiserlichen Familie und ihrer Gäste genutzt.

1882–1886 ließ Franz Joseph I. im stadtnäheren, östlichen Teil des Tiergartens die Hermesvilla als Refugium für Kaiserin Elisabeth errichten. Der zur damaligen Zeit, auch auf Grund von Franz Josephs geringer gewordener Jagdlust, weniger zum eigentlichen Zweck verwendete Tiergarten wurde so erstmals anders genutzt. Der Hermesvillapark ist ein bis heute bestehendes, völlig vom Menschen bepflanztes, planiertes und gepflegtes Areal, das sich in der botanischen wie zoologischen Ausstattung stark von der Umgebung unterscheidet. Die Nutzungskonflikte nach diesem Eingriff in ein nahezu unbebautes Gebiet blieben nicht aus. So beklagten sich die Jäger über Wilderei und bezichtigten die Bauarbeiter der Brandstiftung; die jagd- und forstwirtschaftlichen Arbeiten ruhten während des Aufenthalts der Kaiserin im Tiergarten.
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Ferdinand H-L



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